Guy Stern vor der Unternehmenszentrale von Standard Life Investments in Edinburgh.

Guy Stern vor der Unternehmenszentrale von Standard Life Investments in Edinburgh.

Managementkommentar

„Öffnung der chinesischen Wirtschaft wird sich stark auf Anlagerenditen auswirken“

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Globale Aktien haben im September einen Rückgang verzeichnet, da die anhaltende Unterstützung durch die Zentralbanken weitgehend von geopolitischen und wirtschaftlichen Sorgen überschattet wurde. Auf regionaler Ebene gaben die Märkte in Großbritannien und den Schwellenländern nach. Auch US-Aktien büßten in Bezug auf die Landeswährung an Wert ein.

Die europäischen Benchmarks stiegen an, da die unerwartete Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie ihr Versprechen, eine aktivere Rolle bei der Ankurbelung des Wachstums zu übernehmen, die ansonsten negativen Wirtschaftsnachrichten wettmachten. Die Ankündigung bevorstehender EZB-Konjunkturmaßnahmen trug mit dazu bei, dass der Euro auf ein 14-Monats-Tief gegenüber dem US-Dollar gedrückt wurde und forcierte einen weiteren Rückgang der europäischen Anleiherenditen.

Arbeitsmärkte schwächelten in den USA und Großbritannien

Dagegen schlossen die Renditen für Staatsanleihen in den USA und Großbritannien zum Monatsende höher, was den Erwartungen Rechnung trug, dass die Zinsen in diesen Ländern in nicht allzu ferner Zukunft allmählich steigen werden. Die Wirtschaftsdaten aus den USA waren uneinheitlich. So war das Wachstum im zweiten Quartal zwar höher als angenommen, aber die Schwäche des Arbeitsmarkts sowie die niedrige Inflation im dritten Quartal veranlassten die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) dazu, an ihrer Nullzinspolitik festzuhalten.

In Großbritannien erreichte die Arbeitslosigkeit den niedrigsten Stand seit 2008. Das schleppende Wachstum der Reallöhne und die gedämpfte Inflation sprechen vorerst für eine Beibehaltung der Zinsen. Das japanische Wachstum ging so schnell wie zuletzt 2009 zurück, da die im April vorgenommene Anhebung der Mehrwertsteuer ihren Tribut forderte.

Die Erwartung auf steigende US-Zinsen lässt hoffen

Indessen erwies sich eine Reihe von schwachen Daten aus China als Hauptursache für die Schwäche der Emerging-Markets-Aktien. Als Reaktion auf die Schwankungen bei Staatsanleihen erwirtschafteten Unternehmensanleihen negative Erträge einhergehend mit einem entsprechenden Anstieg der Renditen.

Wir haben die europäische, auf das lange Ende ausgerichtete Curve-Steepener-Strategie eingestellt, die nach der unerwarteten Zinssenkung der EZB und den von ihr vorgeschlagenen Konjunkturmaßnahmen gut performt hat. In der Erwartung, dass die US-Zinsen mit zunehmendem Tempo der konjunkturellen Erholung steigen werden, haben wir eine auf US-amerikanische Duration ausgerichtete Short-Position eröffnet.

US-Technologieaktien und Small-Cap-Anlagen weisen weiterhin positiven Ertrag auf

Der Global Absolute Return Strategies Fund erzielte im September eine Rendite von 0,97 Prozent, nach Abzug von Gebühren. Im Vergleich dazu erreichte die 6-Monats-EURIBOR-Benchmark eine Rendite von 0,02 Prozent. Unsere marktrenditeorientierte Position in brasilianischen Anleihen litt in dem Monat unter den Auswirkungen mehrerer Faktoren. Insbesondere lag die Präsidentin Dilma Rousseff in Umfragen während des Wahlkampfs vor ihrer Herausforderin Marina Silva, wobei Letztere als „marktfreundlicher“ eingeschätzt wurde.

Zudem stufte die Ratingagentur Moody’s den Ausblick für Brasilien auf negativ herab. Gleichzeitig wurde bekannt, dass Brasiliens Zentralbank ihre Wachstums- und Inflationsprognosen gesenkt hatte. Schließlich deutete Zentralbankmitglied Carlos Hamilton die Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen an.

Bei unseren Relative-Value-Strategien lieferte die Position, bei der US-Technologieaktien Small-Cap-Anlagen gegenübergestellt werden, erneut einen positiven Beitrag. Am Markt wird weiter bezweifelt, dass Small Caps angesichts steigender Zinsen in der Lage sein werden, die aktuellen Wachstums- und Gewinnerwartungen zu erfüllen.

Direktionale Währungsstrategien werteten den GARS weiter auf

Parallel hierzu wirkte sich unsere Position, die globale Bergbauunternehmen mit Schweizer Aktien kontrastiert, belastend auf die Renditen aus. Bergbauunternehmen blieben aufgrund der schwachen Daten aus China und fallender Rohstoffpreise unter Druck. Eine Reihe unserer direktionalen Währungsstrategien war besonders erfolgreich.

Der US-Dollar hat im September vor dem Hintergrund optimistischer Wirtschaftsdaten weiter aufgewertet. Dies führte zu positiven Renditen aus unseren Long-US-Dollar-Strategien: Das heißt unsere Long-Position auf den US-Dollar gegenüber dem kanadischen Dollar, dem japanischen Yen, dem Euro und dem Neuseeland-Dollar zahlten sich aus.

Der US-Dollar ist Bestandteil jedes Währungspaars, allerdings waren Entwicklungen in den Short-Komponenten dieser Strategien ebenfalls vorteilhaft. Beispielsweise verursachte die unerwartete Geldpolitik der EZB eine Schwächung des Euro. Ebenso fiel der Neuseeland-Dollar, nachdem der Chef der neuseeländischen Zentralbank dessen derzeitiges Niveau als „ungerechtfertigt und nicht nachhaltig“ bezeichnet hatte. Derweil wirkten rückläufige Eisenerzpreise im Verbund mit schlechten Daten aus China dem australischen Dollar entgegen, was unserer Long-Strategie auf den mexikanischen Peso gegenüber dem australischen Dollar zugute kam.

Ausblick: Öffnung der chinesischen Wirtschaft

Unsere zentrale Erwartung ist nach wie vor eine mäßige weltweite Erholung, jedoch mit regionalen Unterschieden. Das laufende Zurückschrauben der Quantitative-Easing-Maßnahmen und die allmähliche Öffnung der chinesischen Wirtschaft werden sich stark auf die Anlagerenditen auswirken.

Maßnahmen der Zentralbanken stützen weiterhin die Märkte, und die Anlagenpreise erscheinen auf der Grundlage vieler Kennzahlen hoch. Im aktuellen Marktumfeld haben wir uns breit aufgestellt und werden im Zuge von Bewertungsänderungen unsere Investments noch besser an den volkswirtschaftlichen Fundamentaldaten ausrichten.

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