Fidelity-Fondsmanager Christian von Engelbrechten: „Ein wichtiger Kernpunkt ist die Beimischung von Nebenwerten“ | © Fidelity Foto: Fidelity

Manager des Fidelity Germany

„Ich habe den Dax täglich im Blick“

Im Rahmen der Titelgeschichte, die im kommenden DAS INVESTMENT erscheint, haben wir erfolgreiche Fondsmanager befragt, wie sie den Dax sehen. Christian von Engelbrechten managt den Fondsklassiker Fidelity Germany (ISIN: LU0048580004) und gehört zweifellos dazu, wie der folgende Chart zeigt.

Also haben wir nachgefragt, wie er zum deutschen Leitindex steht und welche Stärken und Schwächen er bei ihm sieht.

Was ist der Dax für Sie?

Christian von Engelbrechten: Der Dax ist und bleibt einer der wichtigen Gradmesser für den deutschen Aktienmarkt, wenn auch andere Indizes wie H-Dax und C-Dax den Markt in all seinen Facetten umfangreicher abbilden. Es ist sehr viel Geld in Produkte geflossen, die den Dax abbilden. Solche Produkte sind Alternativen für Investoren, die nicht in einen klassischen aktiven Deutschland-Fonds investieren wollen. Daher ist es für mich wichtig, die Performance des Dax zu übertreffen. Er ist daher einer der Vergleichsindizes, die ich täglich im Auge habe.

Welche Rolle spielt der Dax in Ihrem täglichen Fondsmanagement?

Engelbrechten: Der Dax ist einer der Indizes, die ich täglich als Vergleich zu meinem Fonds im Blick habe – was die Performance angeht, aber auch inwieweit ich von der Zusammensetzung des Dax und H-Dax abweiche, um durch aktives Management einen Mehrwehrt gegenüber den passiven Produkten erzielen zu können.

Wie haben Sie den Dax auf Sicht von drei Jahren so deutlich geschlagen?

Engelbrechten: Als wichtige Kernpunkte sehe ich die Beimischung von Nebenwerten, umfangreiche Einzelunternehmensanalyse mit einem sehr großen Team und den Fokus auf strukturell wachsenden Unternehmen. Denn langfristig besteht immer noch eine hohe Korrelation zwischen Gewinnentwicklung und Aktienkursen. Die Beimischung von Unternehmen außerhalb des Dax ist ein großer Vorteil und macht einiges der Überrendite aus. Allerdings – wie im Dax selbst – gibt es auch dort Gewinner und Verlierer. Die langfristige Gewinnentwicklung gut einzuschätzen, ist der Schlüssel.

Sollte man sich aus dem Dax generell fernhalten, um ihn zu schlagen?

Engelbrechten: Ich denke, es ist wichtig, sich an dem Potenzial von Unternehmen zu orientieren, egal in welchem Index sie enthalten sind. Auch im Dax hat es über die vergangenen Jahre Unternehmen gegeben, die ihn deutlich übertroffen haben. Aber in der Tat finde ich viele interessante Unternehmen außerhalb des Dax.

Repräsentiert der Dax den deutschen Aktienmarkt gut?

Engelbrechten: Als exportorientierte Nation repräsentiert der Dax die Wirtschaft relativ gut. In den vergangenen Jahren hat sich auch einiges getan, was die Abbildung verbessert hat, zum Beispiel, dass nun auch der Immobiliensektor vertreten ist und Technologiewerte an Gewicht gewonnen haben.

Was fehlt noch?

Engelbrechten: Der Einzelhandel, insbesondere der Lebensmitteleinzelhandel. Und naturgemäß fehlen kleinere Unternehmen, die oft mehr Wachstum und gutes Kurspotenzial haben. Hier bieten sich dann eher H-Dax und C-Dax an, die deutlich breiter gefasst sind.

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