Marc Faber

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Marc Faber: „25 Prozent Gold“

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Mit einem raschen Ende der Euro-Krise rechnet Marc Faber nicht. In einem Video-Interview mit dem „Deutschen Anleger Fernsehen“ (DAF) geht der Crash-Prophet hart mit der Politik und den Notenbanken ins Gericht. Inflation zu kreieren, um die Schuldenberge einiger Länder abzutragen, könne nicht die Lösung sein, sagt er. Da wäre es besser, wenn einige dieser Länder als letzten Ausweg die Währungsunion verlassen würden.

Die Schuld an der Eurokrise gibt der auch als Dr. Doom bezeichnete Herausgeber des „Gloom Boom & Doom Reports“ den EU-Bürokraten in Belgien, die ein Land wie Griechenland in die Währungsunion aufgenommen und es ihm erlaubt haben, immer neue Schulden aufzunehmen. Auch die Notenbanken sieht der Crash-Prophet bei der gegenwärtigen Staatsschulden-Krise in der Verantwortung.

Nicht viel besser ist Fabers Meinung über die ausländischen Kollegen der EZB-Spitzen. „Längerfristig nehme ich an, dass alle Notenbanken – die Chinesen, die Inder, die Europäer und die Amerikaner – weiterhin die Kaufkraft des Papiergeldes vernichten werden“, erklärt der Finanzexperte. Deshalb rät er jedem, etwas Gold zu besitzen. In Fabers eigenem Portfolio macht das gelbe Edelmetall bis zu 25 Prozent aus.

Faber geht davon aus, dass sich Gold gerade in einer Korrekturphase befindet, die noch einige Monate andauern könnte. Dabei sollte der Goldpreis in einer Spanne zwischen 1.400 Dollar und 1.700 Dollar schwanken. Längerfristig schütze das Edelmetall jedoch wirksam vor Geldentwertung.

Auf den Aktienmärkten hält der Börsenguru weitere Rückschläge von bis zu 10 Prozent zwar für möglich, hält die Unternehmenspapiere aber für ein sichereres Investment als Staatsanleihen. „Wenn das Finanzsystem zusammenbricht, ist man mit Aktien besser geschützt“, sagt er. In einigen Regionen bringen Unternehmenspapiere zudem laut Faber schon jetzt gute Erträge. „Wenn ich so einen Korb von Aktien in Singapur, Malaysia oder Thailand kaufen würde, dann könnte ich so 20 bis 30 Aktien kaufen, die hätten im Durchschnitt eine Rendite von sagen wir 5 bis 6 Prozent Dividendenrendite. Und dann finde ich das – verglichen mit eben Staatsanleihen – relativ attraktiv“, so der Finanzexperte.

Bei den Banken hält Marc Faber die Lage für zu undurchsichtig, um zu investieren. „Ich nehme an, dass also gewisse Bankaktien schon etwas steigen könnten, aber das Problem ist, dass wir eigentlich sehr wenig Information haben über die wahre Finanzlage von Finanzinstituten“, so Faber weiter. Als Beispiel nennt er die Deutsche Bank, die ein Eigenkapital von rund zweieinhalb Prozent der gesamten Vermögenswerte haben soll. „Und wie man diese Vermögenswerte bewertet, das ist die Frage: Ich nehme an, dass die meisten Banken eigentlich insolvent sind“, sagt Faber.

Von welchen Aktien Anleger noch die Finger lassen sollen, erfahren Sie im zweiten Teil des Interviews

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