Investmentlegenden Marc Faber (li.) und Jim Roges im <br> Streitgespräch

Investmentlegenden Marc Faber (li.) und Jim Roges im
Streitgespräch

Marc Faber, Jim Rogers, Jim Chanos und Stephen Roach streiten über China

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Jim Chanos vs. Stephen Roach

Hedgefondsmanager Jim Chanos setzt klar auf einen kommenden wirtschaftlichen Abschwung Chinas. Die Einschätzung der Rating-Agentur Standard & Poor’s (S&P) zu Chinas Zukunft teile er nicht. Stattdessen wundere er sich, dass S&P China nach wie vor das Rating AA- gebe, während es zuletzt Warnungen für 15 Mitglieder der Eurozone ausgesprochen habe.

Für den Manager des Kynikos-Hedgefonds kommen derzeit keine Minen- und Baufirmen in Frage, die Rohstoffe nach China exportieren. Bei chinesischen Banken geht er short, wettet also auf fallende Kurse. Auch ist Chanos überzeugt, dass die chinesischen Immobilienpreise um etwa 40 Prozent fallen werden.

Stephen Roach, Vorstandsvorsitzender von Morgan Stanley Asien, hält dagegen. Im Gegensatz zu Chanos sei er nicht überzeugt, dass das chinesische Bankensystem schlecht aufgestellt ist. Chanos sehe zu schwarz, denn durch die gewaltigen Kundeneinlagen der Chinesen würden Banken über genügend Liquidität verfügen, um den ein oder anderen Schock zu überwinden.

Marc Faber vs. Jim Rogers

Ähnlich wie Chanos prophezeit auch Marc Faber, bekannt als Dr. Doom, Chinas Wirtschaft eine Schwächephase. Das Wachstum werde zurückgehen oder gar stagnieren. Europas Rezession könne gar zu einem Schrumpfen der chinesischen Wirtschaft um ein bis zwei Prozentpunkte führen. Das werde wiederum verheerende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben.

Zunächst seien dann die Rohstoffmärkte betroffen. Rohstoff-produzierende Länder wie Brasilien, Australien sowie die Länder des Nahen Ostens und Afrikas wären in einem solchen Fall zuerst betroffen.

Dem hält Jim Rogers, ehemaliger Hedgefonds-Partner von George Soros, entgegen, dass es zu Korrekturen in einzelnen Branchen wie den Rohstoffen kommen werde. Andere Branchen würden aber weiterhin wachsen. Er glaube nicht an die große Katastrophe. Korrekturen seien normal und gehörten seit eh und je zu den Märkten dazu.

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