Mario Draghi zu Griechenland

Kein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Hilfsprogramm

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Denn die Voraussetzungen für das Aktiva-Kaufprogramm, die EZB-Präsident Mario Draghi am vergangenen Donnerstag präsentierte, dürften dem Ansinnen Hellas auf ein Ende der Überwachung durch die Troika entgegenstehen. Die in Neapel versammelten Notenbanker bestanden entschlossen darauf, dass Griechenland weiter unter Beobachtung bleibe, um das Programm in Anspruch nehmen zu können, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person aus Notenbankkreisen gegenüber Bloomberg News. Die Regierung in Athen könne entscheiden, in welcher Form diese Aufsicht ablaufe, sagte die Person.

Die EZB plant den Kauf von Covered Bonds und forderungsunterlegten Wertpapieren (ABS) für mindestens zwei Jahre, kündigte Draghi am Donnerstag an. Da die Kreditratings von Griechenland und Zypern unterhalb der Kategorie ’Investment Grade’ seien, müssen beide Länder ihre Rettungsprogramme fortführen, um sicherzustellen, dass die EZB sie in ihrem Kaufprogramm berücksichtige, sagte Draghi.

Die Äußerungen Draghis seien von “Investoren recht übel aufgenommen worden, nachdem zuvor die Regierung ihre Absicht geäußert hatte, das Programm vorzeitig zu beenden”, schrieb Thanassis Drogossis, Leiter Aktien bei Pantelakis Securitis SA in Athen in einer Kundennotiz.

Die Überwachung der Einhaltung der mit den Finanzhilfen verbundenen Reformauflagen ist nicht die einzige Bedingung, mit der Draghi seine Zusage verknüpft, griechischen und zypriotischen Banken Liquidität zur Verfügung zu stellen. Gemäß den am Donnerstag publizierten Regularien werden griechische Banken der EZB zusätzliche Sicherheiten bieten müssen für den Fall, dass die EZB griechische Covered Bonds kauft. Auch ist vorgesehen, dass die EZB bis zu 30 Prozent der von griechischen Banken ausgegebenen forderungsbesicherten Wertpapiere kauft. Zum Vergleich: für die übrigen Länder der Eurozone ist eine Obergrenze von 70 Prozent vorgesehen.

Nach am Donnerstag veröffentlichten Berechnungen von Tomasz Noetzel und Kapilan Theiventhirampillai von Bloomberg Intelligence halten die vier größten griechischen Banken Covered Bonds im Umfang von etwa 20 Milliarden Euro. Das entspricht etwa fünf Prozent der ausstehenden Papiere in dieser Kategorie.

Ermutigt von der Rückkehr Griechenlands an die Bondmärkte nach einem vierjährigen Exil hatte Samaras angekündigt, Griechenland werde um kein weiteres Hilfsprogramm ersuchen, nach Auslaufen des aktuellen Programms im Dezember. Samaras hatte auch gesagt, es sei möglich, dass Griechenland auf die verbleibenden IWF-Hilfstranchen verzichte, deren Auszahlung 2015 und 2016 vorgesehen ist.

“Die Aussage von Draghi, ’Kein Programm, keine Käufe’, ist eine direkte Warnung an Samaras, kein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Hilfsprogramm zu betreiben”, sagt Andreas Koutras, Investmentmanager bei Steppenwolf Capital LLC. “Unterm Strich bedeutet es, dass griechische Banken mehr Käufer für diese Papiere finden sollten, da die EZB keine Neuemissionen auf eigene Rechnung kaufen wird. Die EZB hat zwar die Standards gelockert, aber griechische Banken werden davon nicht so stark profitieren.”

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