Mark Mobius: Die besten Chancen finden sich abseits der Indizes

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Rund 300 Tage im Jahr ist Mark Mobius unterwegs. Er will seine Anlageentscheidungen nicht nur anhand von Zahlen treffen, sondern sich sein eigenes Bild machen. Er reist zu den Unternehmen, in die er investiert oder investieren will, besucht ihre Produktionsstätten, ihr Umfeld. Vor-Ort-Recherche ist Mobius‘ Steckenpferd.
Der Fondsmanager ist Templeton-typisch ein Bottom-up-Investor. Er konzentriert sich auf die Fundamentaldaten eines Unternehmens und auf das Management. Ertragsaussichten, Cashflow, Gewinnmargen sind nur drei wichtige Kriterien bei der Auswahl. Auch Dividenden, die für Emerging Markets als nicht gerade typisch gelten, sind für ihn wichtig. „Inzwischen werden in den Emerging Markets zunehmend Dividenden ausgeschüttet“, so Mobius. Für ihn bedeuten sie nicht nur potenzielle Einnahmen, sondern sind auch ein Indikator für gute Corporate Governance. Aber eben nur ein Indikator, kein Beweis. „Wir verbringen viel Zeit mit intensiver Recherche zu jedem einzelnen Unternehmen, in das wir investieren“, sagt Mobius.

Divergenzen der einzelnen Märkte nutzen


Das Makro-Umfeld spielt für den Fondsmanager bei der Aktienauswahl zwar nur eine untergeordnete Rolle, aber dennoch hat er es genau im Blick. Emerging Markets bilden keinen einheitlichen Markt. Zahlen zur Entwicklung in den Emerging Markets sind immer nur Durchschnittswerte mit großen Abweichungen nach oben und unten. Jede Region, jeder Staat befindet sich in einer unterschiedlichen wirtschaftlichen Situation, bietet unterschiedliche Chancen und birgt individuelle Risiken und Probleme. Auch in der Performance zeigen sich die Unterschiede.

In der Regel finden sich Emerging Markets sowohl unter den Top-Performern eines Jahres als auch unter den schlechtesten. 2012 legte der türkische Aktienmarkt beispielsweise um 65 Prozent zu, der brasilianische bewegte sich nahe Null und der marokkanische verlor über 11 Prozent. „Diese Divergenzen ermöglichen es, durch aktives Management und Vor-Ort-Recherche Alpha für Emerging-Markets-Fonds zu erzielen“, so Mobius.  Im Vordergrund steht dabei die Unternehmensrecherche. Von negativen Schlagzeilen und Unruhen in einem Land lässt sich Mobius nicht abschrecken. Zurzeit investiert er beispielsweise auch in Ägypten, wo es seiner Ansicht nach weiterhin sehr profitable Unternehmen gebe. Benchmarks bilden nicht die Realität ab Der reine Bottom-up-Ansatz führt zu einem sehr aktiven Management frei von jeder Benchmark. Diese Unabhängigkeit hält Mobius gerade in den aufstrebenden Märkten für wichtig.  „Emerging-Markets-Benchmarks sind ineffizient und verzerrt. Die besten Chancen sind in den Benchmarks meist nicht enthalten.“ Der Grund: Die Gewichtungen der Indizes basieren auf der Marktkapitalisierung der börsengelisteten Unternehmen. Tatsächlich findet das stärkste Wirtschaftswachstum aber oft in ganz anderen Sektoren statt. Mit einer Konzentration auf die Indextitel würden Investoren zahlreiche Chancen verpassen.  

Was für die Sektoren gilt, ist auf Länderebene nicht anders. Zum Beispiel gehörte die Türkei 2012 zu den Ländern mit der besten Nebenwerte-Performance. 54 Prozent legten die Titel im Schnitt zu und damit mehr als doppelt so viel wie etwa chinesische oder taiwanesische Nebenwerte, die relativ prominent im Index MSCI Emerging Markets Nebenwerte vertreten sind. Die Türkei ist dort aber nur mit knapp 3 Prozent enthalten. Index- oder indexorientierte Investoren konnten also kaum von der türkischen Traum-Performance profitieren.

Andere interessante Länder sind noch gar nicht in solchen Indizes vertreten. Durch das Aufnahmekriterium Marktkapitalisierung gelangen Länder erst in die breiten Benchmarks, wenn ihre Wirtschaftsleistung bereits eine gewisse Größe erreicht hat. „So können Investoren die besten Wachstumsphasen eines Landes oder börsennotierten Unternehmens verpassen, wenn sie nur auf den Index schauen“, erklärt Mobius.

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