Der bekannte Schwellenländer-Investor Mark Mobius wollte es eigentlich ruhiger angehen lassen. Mobius werde sich in den kommenden Monaten von seiner Position bei der in London ansässigen Fondsboutique Mobius Capital Partners zurückziehen, hieß es vor wenigen Wochen in einer Mitteilung des auf Aktienstrategien aus dem Emerging-Market-Universum spezialisierten Vermögensverwalters. Mit 87 Jahren und nach vielen Jahrzehnten an den Kapitalmärkten eine durchaus nachvollziehbare Entscheidung.

Doch aus dem angekündigten Ruhestand wird ein Unruhestand: Anstatt sich aus dem aktiven Geschäftsleben zurückzuziehen, wie es sein Abschied von Mobius Capital Partners andeutete, schlägt Mobius ein neues Kapitel auf – und das in der Wüste.

Mobius plant den Aufbau einer neuen Firma in Dubai, wie er nun gegenüber dem US-Portal „Bloomberg“ erklärte. Die Stadt hat er seit drei Jahren als Wahl-Heimat auserkoren. Dubai, bekannt für seinen Status als Steueroase, hat sich in den vergangenen Jahren als Magnet für Investmentbanken und Vermögensverwalter etabliert.

Mobius sucht weiter nach Chancen in Schwellenländern 

Einzelheiten zu seinem neuen Unternehmen wollte er noch nicht kennen. Nur so viel: „Das Unternehmen wird sich mit Investitionen befassen“, sagte er. Man stecke noch in der Verhandlungsphase.

Doch er bleibt seinen Wurzeln treu: „Es wird etwas ziemlich Aufregendes in den Schwellenländern sein“, so Mobius in einem Interview. Das Gespräch, so merkt es „Bloomberg“ an, wurde übrigens via Zoom von Bengaluru aus geführt, einem Technologiezentrum in Indien - und damit eines der Länder, dessen Zukunft Mobius als vielversprechend deutet.

 

Mobius blickt weiterhin kritisch auf Benchmarking und betont die Bedeutung einer guten Diversifikation sowie der individuelle Analyse. Er sei nach wie vor auf der Suche nach börsennotierten Unternehmen sowie nach Möglichkeiten im Bereich Private Equity.

Mark Mobius startete seine Laufbahn im Jahr 1987 in einer Zeit, in der Anlagen in Entwicklungsländer noch ein vergleichsweise neues Konzept waren. Er spielte eine wesentliche Rolle dabei, das Schwellenländerportfolio von Franklin Templeton von anfänglichen 100 Millionen US-Dollar auf beeindruckende 40 Milliarden US-Dollar zu steigern.