Capital GroupLesedauer: 4 Minuten
ANZEIGE

Market Timing Was Anleger vom amerikanischen Aktienmarkt lernen können

Seite 2 / 3

Was also ist die bestmögliche Vorgehensweise? Klar ist: Kurse können fallen, und dann ist es nicht leicht, ruhig zu bleiben und einfach weiterzumachen. Doch Investoren sollten sich vor einer Entscheidung folgende Details vor Augen führen: In den vergangenen 20 Jahren ist der S&P 500 in jedem Kalenderjahr zumindest für kurze Zeit gefallen. Instinktiv neigen Menschen dazu, sich aus einer echten oder eingebildeten schwierigen Situationen herausmanövrieren zu wollen.

Dazu zählt auch die Versuchung, auf fallende Kurse zu reagieren, indem man die Aktienquote senkt. Doch ebenso schädlich kann es sein, aus Angst vor den Bewegungen des Aktienmarktes und einer späteren Korrektur ganz auf diese Assetklasse zu verzichten. Denn: Der Markt fällt nicht nur, er steigt auch — in 16 der 20 Kalenderjahre seit 1997 verzeichnete er am Jahresende ein Plus. Auch hierbei sprechen Zahlen eine deutliche Sprache: Ein hypothetisches Anfangsinvestment von 10.000 US-Dollar in den S&P 500 wäre bis zum 31. Dezember 2017 auf mehr als 40.000 US-Dollar gestiegen.

Konjunktur beeinflusst Stärke von Kurseinbrüchen

Zudem zeigen folgende Zahlen, dass jede Baisse anders ist. Die Geschichte des amerikanischen Aktienmarktes seit dem Zweiten Weltkrieg beweist, dass seine Schwächephasen von höchst unterschiedlicher Intensität und Dauer waren. Aber viele Kurseinbrüche folgten dem gleichen Muster: Etwa die Hälfte aller Baissen seit 1945 dauerte höchstens acht Monate, und in fast einem Drittel der Fälle hatte sich der Markt weniger als zehn Monate später wieder erholt.

Ob ein Kurseinbruch stark oder schwach ausfällt, hat viel mit der Konjunktur zu tun. In der Rezession ging der S&P 500 im Median 10,7 Prozentpunkte mehr zurück als in Baissen ohne Konjunktureinbruch. Außerdem dauerten die Baissen in der Rezession wesentlich länger. Warum? Weil die Unternehmensgewinne dann deutlich stärker fielen. Die Kursrückgänge im unteren rechten Teil der Grafik zählen zu den stärksten und fielen mit Rezessionen zusammen.

Mehr zum Thema