Guy Stern vor der Unternehmenszentrale von Standard Life Investments in Edinburgh.

Guy Stern vor der Unternehmenszentrale von Standard Life Investments in Edinburgh.

Marktkommentar

Rohstoffe und Immobilien anstatt Europa-Anleihen mit geringer Rendite

Im April entwickelten sich Globale Aktien allgemein verhalten. Positive Unternehmensmeldungen zur M&A-Aktivität und gute Ergebnisse für das erste Quartal wurden durch die zunehmenden Spannungen in der Ukraine beeinträchtigt.  Zudem erwartete man weitere Folgen von zusätzlichen Sanktionen der USA und Europas gegenüber Russland.

Aktien entwickelten sich auf regionaler Ebene unterschiedlich

Auf regionaler Ebene war die Entwicklung durchwachsen. Eine Reihe von Indizes, einschließlich der USA und der Schwellenmärkte, beendeten den Monat nahezu unverändert. In Japan verloren die Aktien hingegen weiter an Boden. Die Anleger verloren in Bezug auf die erwarteten zusätzlichen Anreizmaßnahmen die Geduld und sorgten sich um die Auswirkungen der umstrittenen Verkaufssteuer, die Anfang April eingeführt worden war.

Erholen konnten sich britische Aktien vor dem Hintergrund günstiger Wirtschaftstrends. Insgesamt entwickelten sich die europäischen Aktien gut, und das Vertrauen der Verbraucher und der Unternehmen verbesserte sich weiter. Dies geschah trotz geringer Darlehensvergaben durch die Banken und schwacher Inflationsaussichten sowie Bedenken um die Ukraine.

Anleger weichen bei niedrigen Zinssätzen auf Rohstoffe und Immobilien aus

Auf Sektorebene gewannen die Pharma- und Ölunternehmen wieder an Beliebtheit, während sich die Technologiewerte stabilisierten. Unternehmen mit niedrigen Marktkapitalisierungen wurden weiterhin abverkauft, da ihre optimistischen Bewertungen von enttäuschenden Wachstumszahlen für das erste Quartal aus den USA untergraben wurden. Die Anleihezinssätze waren weiterhin rückläufig. Insbesondere die Zinssätze der Peripherieländer Europas gingen im Laufe des Monats stark zurück.

Die Zinssätze zahlreicher europäischer Anleihen haben inzwischen ihre tiefsten Stände seit mehreren Jahren erreicht, was auf den zunehmenden Deflationsdruck in der Region zurückzuführen ist. Ansonsten entwickelten sich Rohstoffe und Immobilientrusts gut, da die Anleger weiter nach alternativen Renditequellen suchten.

Gute Performance von Aktien globaler Ölriesen

Im April erzielte der Global Absolute Return Strategies Fund eine Rendite von -0,20 Prozent (nach Kosten). Im Vergleich dazu erreichte die 6-Monats-Euribor Benchmark eine Rendite von 0,04 Prozent. Insgesamt sind in diesem Monat keine erheblichen Änderungen im Portfolio vorgenommen worden.

Bei unseren direkten Marktengagements leistete die auf Aktien globaler Ölriesen ausgerichtete Strategie im Laufe des Monats einen führenden Beitrag, da der Sektor im ersten Quartal bessere Ergebnisse erzielte als erwartet. Dagegen entwickelten sich unsere Relative Value-Positionen uneinheitlich. Uns kamen eine stabilere Entwicklung der Technologiewerte und der gleichzeitige Abverkauf bei den Unternehmen mit niedrigeren Marktkapitalisierungen zugute, da wir US Technologieaktien gegenüber Anlagen in Unternehmen mit niedrigeren Marktkapitalisierungen den Vorzug geben.

Die Bedenken über die zukünftige Verfügbarkeit russischer Energie belasteten hingegen die deutschen Aktien erneut, was unserer Strategie abträglich war, Deutschland gegenüber Frankreich zu favorisieren. Unsere Strategie, die japanischen gegenüber koreanischen Aktienwerten den Vorzug gibt, verlor ebenfalls an Wert, da sich der japanische Aktienmarkt im Monatsverlauf mit am schlechtesten entwickelte.

Der Glaube an einen starken australischen Dollar

Die Position in Forward-Start-Zinsswaps in Bezug auf Australien lieferte im April hingegen eine positive Rendite. Der Markt reduzierte seine Erwartungen hinsichtlich künftiger Zinsanstiege in dem Glauben, dass die anhaltende Stärke des australischen Dollars ausreichen würde, um das Wachstum und die Inflation des Landes zu zügeln.

Bemerkenswert war im April die unerwartete Schwäche des US-Dollars im Anschluss an schwache Wachstumsdaten aus dem ersten Quartal. Dies führte dazu, dass unser verstärktes USD-Engagement im Verhältnis zum CAD die Performance mit am stärksten belastete. Gleichzeitig konnten Spekulationen über ein mögliches Eingreifen der Europäischen Zentralbank zur Schwächung des Euros einen Verlust bei unserer Strategie, die den USD gegenüber dem Euro favorisiert, nicht verhindern.

Regionale Unterschiede in der erwarteten weltweiten Erholung

Unsere zentrale Erwartung ist nach wie vor eine mäßige weltweite Erholung, jedoch mit regionalen Unterschieden. Das laufende Zurückschrauben der Quantitative-Easing-Maßnahmen und die allmähliche Öffnung der chinesischen Wirtschaft werden sich stark auf die Anlagerenditen auswirken.

Maßnahmen der Zentralbanken stützen weiterhin die Märkte, und die Anlagenpreise erscheinen auf der Grundlage vieler Kennzahlen hoch. Wir werden daher unsere breit angelegten Investmentchancen nutzen und eine Rationalisierung der Bewertungen anstreben, um diese an den wirtschaftlichen Fundamentalwerten auszurichten.

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