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Marktkommentar von Mark Dowding „Paradoxerweise könnten schlechte Wirtschaftsnachrichten die Finanzmärkte stützen“

Händler der New Yorker Börse
Händler der New Yorker Börse: Der technologielastige Nasdaq setzt neue Bestmarken – der Index liegt derzeit 17 Prozent höher als zu Jahresbeginn | Bildquelle: imago images / Xinhua
Aktualisiert am:

Angesichts rasch steigender Infektionszahlen in den USA und vielen Schwellenländern gehen wir nach wie vor davon aus, dass sich die politischen Entscheidungsträger in Washington noch vor Ende Juli auf ein neues Finanzpaket einigen werden. Auch mit Blick auf den europäischen Konjunkturfonds dürfte es auf dem bevorstehenden EU-Gipfel in einigen Wochen zu einer Einigung kommen. Es sollte nicht vergessen werden, dass es einen Grund für diese extremen Lockerungsmaßnahmen gibt: Die Volkswirtschaften befinden sich nach wie vor in einer desolaten Lage.

Trotz anfänglich verbesserter Wirtschaftsdaten im Zuge der Lockerung des Lockdowns bezweifeln wir, dass diese Dynamik weiterhin trägt – was das Risiko eines W-förmigen Einbruchs im Spätsommer birgt. Eine Reihe von US-Bundesstaaten gehen derzeit von einer Lockerung zu einer erneuten Verschärfung der Lockdown-Beschränkungen über, was sich schon Anfang August in den Wirtschaftsdaten widerspiegeln dürfte.

Paradoxerweise könnten jedoch schlechte Wirtschaftsnachrichten am Ende die Finanzmärkte stützen, wenn dies zu Spekulationen über zusätzliche Stimuli zu einer Zeit führt, in der die Inflation weiterhin auf sehr niedrigem Niveau verharrt.

Doch Vorsicht: Anleger, die zur Überzeugung gelangen, dass angesichts der immensen Liquidität die Fundamentaldaten keine Rolle mehr spielen und die Zinssätze noch jahrelang bei (oder unter) Null bleiben werden, erscheinen uns höchst selbstgefällig. Während die meisten institutionellen Anleger derzeit abwartend positioniert sind, kaufen sich Privatanleger mit immer größeren Mitteln in Tech-Aktien ein, sodass der Nasdaq-Index jetzt 17 Prozent höher liegt als zu Jahresbeginn, derweil ein Großteil des breiten Marktes aus dem negativen Bereich nicht herauskommt. Aufgrund der steten Kursanstiege der vergangenen Monate könnte in den nächsten Wochen die Furcht der Gier weichen – bis zu dem Punkt, an dem der Markt überdehnt wird und danach in eine ausgedehntere Korrektur übergeht.

Hier lesen Sie den ausführlichen Kommentar von Bluebay AM.

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