Andreas Schmidt, Laransa, Markus Koch

Andreas Schmidt (links), Laransa, und Markus Koch,
Foto: Patrick Jentsch

Markus Koch: "Die Aktienrally geht weiter"

Koch glaubt, dass sich die momentane Rally noch bis mindestens Mitte des Jahres 2010 fortsetzen wird. Er hofft jedoch eher auf eine moderate als eine zu schnelle Erholung der Wirtschaft, da sonst die Aktienkurse und in der Folge die Zinsen zu schnell steigen würden.

Das größte Potenzial sieht Koch nach wie vor für die Emerging Markets. Sein eigenes Altersvorsorge-Portfolio hat er mit 35 Prozent Aktien, 5 Prozent Gold, rund 40 Prozent Unternehmensanleihen und den Rest mit Rohstoffen bestückt: „Staatsanleihen halte ich überhaupt keine, dort gibt es keine überzeugenden Renditechancen mehr." „Gelernte Hilflosigkeit“ greift um sich

Laut Koch haben viele Anleger allerdings die Nase voll von Aktieninvestments. Sie hätten nicht begriffen, dass der Aktienmarkt stets risikoreich sei und eben keine absolut beherrschbare Wissenschaft mit festen Regeln. Vom derzeitigen Aufschwung des Dax und Dow Jones hätten deshalb weite Kreise nichts gehabt, weil sie ihr Geld noch nicht wieder an der Börse investiert haben. In dieser „gelernten Hilflosigkeit“, die bis zur Anlageverweigerung führen kann, sieht der Börsenexperte ein großes Problem für die gesamte Branche. Nach Kochs Einschätzung werde insbesondere den US-Verbrauchern schmerzhaft klar, dass ihr Lebensstandard sinkt. 10 Jahre sei es dort zu keiner reellen Erhöhung der Gehälter gekommen, und die Finanzierung von Konsumwünschen über Kreditkarten wie in der Vergangenheit sei seit der Finanzmarktkrise nicht mehr möglich. Entscheidend sei auch, ob die Konjunkturerholung bei großen Teilen der US-Bevölkerung wirklich ankomme. Experten befürchten bereits eine „Jobless recovery“, die keine neuen Arbeitsplätze schaffe. 

Profi-Fußballer: Oft am Bedarf vorbei investiert Den Bogen zum Fußball schlug Laransa-Chef Andreas Schmidt, selbst bis 2008 Profi beim Bundesligisten Hertha BSC Berlin. Vor rund 80 geladenen Gästen in der VIP-Lounge des Berliner Olympiastadions sprach er über die üblichen Fehler, die schlecht beratene Profi-Kicker in ihrer Vermögensanlage machen. Oftmals handelten diese aus dem Zufall heraus, zudem sei ihre Beratung vielfach rein provisionsgesteuert und nicht bedarfsgerecht. „Etliche Fußballer verschulden sich mit Immobilienkäufen und haben dann über ihr nicht immer planbares Karriereende hinaus zu viele Verbindlichkeiten“, so Schmidt, der bereits als Profi-Sportler die Kasse der Mitspieler verwaltet hat und sich schon früh für Finanzanlagen interessierte.

Der 2000 gegründete Vermögensverwalter Laransa hat sich mit einem Honorarberatungskonzept auch auf die Beratung von Profi-Kickern und ihrem Umfeld spezialisiert (siehe hierzu auch „Flanke ins Finanzfiasko“)

Bei der Veranstaltung ebenfalls zugegen: Michael Preetz. Der Geschäftsführer der derzeit arg gebeutelten Hertha BSC (3 Punkte nach 9 Spieltagen, letzter Platz in der Bundesliga, Trainer fristlos gekündigt), sprach über Erfolg und Durststrecken. Trotz der momentanen Malaise denke der Berliner Club anders als andere Bundesligisten wie etwa Hannover 96 nicht daran, Unternehmensanteile in größerem Ausmaß an Investoren zu veräußern. Preetz: „Auch das Modell Borussia Dortmund mit einem Börsengang ist für uns kein Thema.“

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