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Senioren auf der Bank: Auch Selbständige müssen mit Einschnitten bei der Rente rechnen. | © Unsplash.com

Vermögensverwalter Markus Richert warnt

Renten in Gefahr

Angehörige der Freien Berufe und Selbstständige wie Ärzte, Apotheker, Architekten, Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschafts- und Buchprüfer gehörten bei der Rentenversicherung lange Zeit zu den Privilegierten. Eine Mitgliedschaft im Versorgungswerk ermöglicht die Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherung. Doch in den letzten Jahren gerät die Kalkulation unter Druck. Es drohen Renteneinbußen.

Zahlreiche Versorgungswerke wenden das offene Deckungsplanverfahren an. Dabei handelt es sich um ein Mischverfahren aus Kapitaldeckung und dem Umlagefinanzierungsverfahren. Durch die Verbindung der beiden Finanzierungsverfahren ist es eigentlich krisenfester und weniger abhängig von demografischen Veränderungen und Kapitalmarktschwankungen. In den letzten Jahren gerät die Kalkulation aber von zwei Seiten unter Druck.

Markus Richert ist Finanzplaner bei der Portfolio Concept Vermögensmanagement in Köln.
Foto: Portfolio Concept Vermögensmanagement GmbH

Zum einen steigt die Lebenserwartung signifikant an. Die statistische Restlebenserwartung für Freiberufler liegt bei Männern vier bis sieben Jahren und bei Frauen drei bis sechs Jahren über der statistischen Restlebenserwartung der Gesamtbevölkerung. Männliche Freiberufler werden danach also im Mittel 88 Jahre alt; weibliche Freiberufler 90 Jahre alt. Versorgungsleistungen müssen dadurch viel länger als ursprünglich geplant gezahlt werden.

Zum anderen sinken durch die Niedrigzinsphase die Zinserträge aus dem Kapitalstock. Denn wie Lebensversicherungen unterliegen auch Versorgungswerke strengen Anlagerestriktionen. So dürfen Versorgungswerke im Vergleich zu Lebensversicherungen immerhin 35 Prozent des gebundenen Vermögens in Risikoanlagen anlegen.

Dennoch muss der verbleibende Kapitalstock zu einem großen Anteil in sicheren Anlagen, wie festverzinslichen Wertpapieren angelegt werden. In den letzten Jahren rutschten immer mehr Versorgungswerke unter ihr selbst gestecktes Zinsziel, den Rechnungszins, der oft noch bei vier Prozent liegt.

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