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Martin Siegel über Gold: Wir überschreiten bald die 2.000-Dollar-Marke

Martin Siegel
Martin Siegel
Martin Siegel ist Rohstoffexperte und Geschäftsführer von Stabilitas

Edelmetallinvestoren haben seit Wochen wieder Anlass zur Freude, denn Gold hat seinen Titel als „Sicherer Hafen“ wieder voll und ganz zurückerobert. Im 3. Quartal 2012 ist das gelbe Metall um 11 Prozent nach oben geklettert, Silber sogar um mehr als 20 Prozent. Allein im September legten Gold und Silber um jeweils fünf und neun Prozent zu. Auf Euro-Basis hat das gelbe Metall im September sogar einen neuen Rekordwert erreicht. Aber auch in Dollar gerechnet stieg es im September auf ein Sechs-Monats-Hoch. Silber wiederum war so teuer wie seit sieben Monaten nicht mehr.

Ich bin der festen Überzeugung, dass der Aufwärtstrend bei Edelmetallen – von kleinen Korrekturphasen einmal abgesehen – anhalten wird. Vielleicht überschreiten wir in diesem Jahr bei Gold sogar schon die 2.000-Dollar-Marke. Denn die unsolide expansive Geldpolitik der Zentralbanken, sei es in Europa, USA, China, Japan oder England, wird ungebrochen fortgeführt und mit immer größeren Maßnahmenpaketen sogar noch verstärkt. Die Tatsache, dass Deutschland bei einer Aufstockungsauktion zehnjähriger Bundesanleihen am vergangenen Mittwoch die höchsten Zinsen seit Juni gezahlt hat und die Auktion technisch dennoch unterzeichnet war, könnte als Warnsignal interpretiert werden.

Der Markt erkennt zunehmend, wie schnell wir einem massiven Inflationsanstieg entgegen gehen. Selbst Zinssätze von 1,5 Prozent sind da schlicht nicht akzeptabel. Stattdessen wird dieses Geld jetzt verstärkt in die Realwirtschaft fließen oder in Sachwerte wie Immobilien, Aktien und Edelmetalle.

Analog zum Vormonat haben sich die Aktien der Minengesellschaften der positiven Entwicklung der physischen Metalle angeschlossen und diese teilweise sogar noch deutlich übertroffen. Bis auf geringfügige Gewinnmitnahmen gegen Monatsende hat der gesamte Markt unabhängig von Marktkapitalisierung oder Regionen beachtlich zugelegt. Der 17 internationale Gold- und Silberproduzenten umfassende HUI-Index stieg im September um mehr als 14 Prozent. Diese Performance spiegelt den großen Hebel wider, den Minenaktien gegenüber Gold und Silber haben.

Mit dem kontinuierlichen Anstieg der Minenwerte seit Anfang August halte ich die bereits seit Ende 2010 andauernde Korrekturphase für beendet. Der im Jahr 2001 eingeläutete langfristige Aufwärtstrend bei Minenaktien nimmt jetzt wieder Fahrt auf.

Besonders spannend ist ein direkter Vergleich der Gold- und Silberwerte. In den vergangenen zwei Monaten haben sich letztere um ein Vielfaches besser entwickelt. Sobald sich die Stimmung am Edelmetallmarkt aufhellt, sind Silber und Silberminenaktien ein unschlagbares Investment.

Nachdem die Preise für Basismetalle in den letzten Monaten heftig unter Druck geraten sind, haben sich die Kurse im Monat September auf breiter Basis wieder erholt. So konnte Nickel rund 13 Prozent, Aluminium 12 Prozent und Kupfer rund 9 Prozent zulegen. Die Erklärung hierfür liegt für mich auf der Hand: Durch die massive Geldschwemme der weltweiten Notenbanken wird der Markt mit Liquidität geflutet. Dieses umlaufende Geld muss schließlich investiert werden. Da scheint es plausibel, dass es jetzt in die Industriemetalle fließt, die in den Monaten zuvor so stark unter Druck geraten waren.
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