Martin Stötzel „Nachhaltigkeit ist eine eigene Investmentstrategie“

Martin Stötzel ist Managing Partner bei der Rhein Asset Management in Düsseldorf. | © Rhein AM

Martin Stötzel ist Managing Partner bei der Rhein Asset Management in Düsseldorf. Foto: Rhein AM

Das Volumen des in nachhaltigen Fonds gemanagten Vermögens belief sich zum 30. Juni dieses Jahres nach Informationen des Sustainable Business Institute auf rund 118 Milliarden Euro (Deutschland, Österreich und Schweiz). Ende 2017 waren es noch 106 Milliarden Euro. Und auch die Finanzmarktregulierung konzentriert sich mehr und mehr auf die Nachhaltigkeit.

Der Bericht der High-Level-Expert-Group on Sustainable Finance (HLEG) der EU-Kommission warnte Anfang des Jahres, dass das Finanzsystem nach der Krise 2007 immer noch verwundbar sei. Die Experten empfehlen, bis 2020 eine Systematik für die Beurteilung von nachhaltigen Vermögenswerten zu schaffen.

Bei der Bewertung der Nachhaltigkeit verdienen vor allem die ESG-Faktoren (Environmental, Social & Good Governance) Beachtung. Dazu zählen beispielsweise menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, Abbau von Ungleichheiten, Armutsbekämpfung, Frieden und Gerechtigkeit und Geschlechtergleichstellung.

Dabei ist Nachhaltigkeit keine schicke Beimischung aus Lust und Laune. Sie ist vielmehr eine eigene Investmentstrategie. Anleger, Fondsmanager und Vermögensverwalter müssen die ESG-Kriterien kennen und Unternehmen auch danach bewerten können. Nur dann können sie Portfolios wirklich nachhaltig ausrichten.

Die Praxis zeigt, dass Best-in-Class-Konzepte den größten Mehrwert schaffen. Dabei geht es darum, die entscheidenden Positiv- und Negativkriterien genau auszuarbeiten und die Werte, die allen Nachhaltigkeitskriterien entsprechen auszuwählen. Dann bieten diese Unternehmen Dividenden und Kurssteigerungen unter nachhaltigen Gesichtspunkten.

Künftig werden es Unternehmen, die den Nachhaltigkeitskriterien, etwa beim Klimaschutz, nicht gerecht werden, schwer haben. So hat der Versicherungskonzern Allianz bereits Kohle aus seinem Anlagespektrum gestrichen. Bald könnte es die klassische Automobilindustrie und die Energiewirtschaft treffen.

Für Investoren, die in das Thema investieren wollen, bieten sich beispielsweise erfolgreiche internationale Fonds wie der Nordea 1 – Global Climate and Environment Fund (WKN: A0NEG2), der ÖkoWorld Klima C (WKN: A0MX8G) und der Schroder ISF Global Climate Change Equity (WKN: A0MSUS) an. Rein in deutsche Werte investiert unter anderem der Deutschland Ethik 30 Aktienindexfonds (WKN: A1XFE1) .