Die Versicherungsgruppe die Bayerische hat ihre Berufsunfähigkeitsversicherung überarbeitet. Vor allem in den Bereichen Medizin, Ingenieurwesen und Gerichtswesen haben die Münchener nach eigenen Angaben in den „BU PROTECT“-Tarifen der Verbesserungen vorgenommen. Insgesamt geht es dabei um 100 Berufsbezeichnungen.

Eine differenzierte und präzisere Einteilung der Risikoklassen habe hier zu reduzierten Versicherungsbeiträgen für neue Kunden geführt. Auch Schüler der gymnasialen Oberstufe seien besser eingestuft worden. „Die präzisere Einteilung der Berufsgruppen ist das Ergebnis einer umfassenden Bewertung und erneuten Analyse unserer Daten“, sagt Martin Gräfer, Vorstandsmitglied der Bayerischen.

Marktdruck führt zu immer mehr Berufsgruppen

Was von der Arbeit der Produktentwickler bei der Bayerischen zu halten ist, erklärt DI-Experte Tobias Bierl: Die Bayerische senkt die Prämien in Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung. Das ist eine Meldung, die mittlerweile Standard bei jedem BU-Update in der Branche ist. Die schönen Risiken werden immer günstiger, die unschönen (wie körperliche, aber auch soziale Berufe) sind praktisch unbezahlbar geworden. Deshalb gerät bei vielen Vermittler die Grundfähigkeitsversicherung immer mehr ins Blickfeld.

Es gibt mittlerweile Versicherer, welche bis zu 80 Berufsgruppen besitzen. Ein Trend, den man wahrscheinlich nicht mehr aufhalten kann. Somit können wir die kleine Neuigkeit der Bayerischen nachvollziehen, man muss diese aber auch ein bisschen als Marktdruck verstehen. Wir sind aber gespannt, wo die Reise hingeht, denn die Margen werden für die Versicherer in der Berufsunfähigkeitsversicherung immer geringer bzw. sind quasi nicht mehr vorhanden. Wann werden wir ein zweites WWK-Dilemma zeigen? Man wird sehen. 

 

Großes Update 2024 erwartet

Die Bayerische sehen wir aber als sehr gut aufgestellt, denn zum einen gibt es keine Sonderaktionen mit vereinfachten Gesundheitsfragen, um das Geschäft anzukurbeln, zum anderen ist die Risikoprüfung sehr individuell und mittlerweile auf sehr gutem Niveau. Kenner der Szene werden uns mit Sicherheit zustimmen, dass man bei der technischen Ausgestaltung wie auch den Vertragsbedingungen noch etwas feilen könnte. Intern wird daran derzeit sehr stark gearbeitet und Anfang 2024 dürfen wir uns als Vermittler über ein sicherlich großes Update freuen. Ob dann nochmals Beiträge gesenkt bzw. angepasst werden, wird sich zeigen.

Über den Autor:

Tobias Bierl wurde 1984 geboren. Als ausgebildeter Versicherungsfachmann und Finanzanlagenfachmann gründete er mit seinem Bruder 2008 Stefan die Finanzberatung Bierl in Walderbach in der Oberpfalz. Als einer der Geschäftsführer liegt sein Schwerpunkt im Bereich Biometrie / Berufsunfähigkeitsversicherung. Bierl gewann 2019 den OMGV Makler-Award für den besten Blog / Content auf der Homepage und 2021 für die besten Kundenbewertungen.