Lesedauer: 3 Minuten

MAT Real Return

MAT Real Return

Böse Überraschung: Die Verbraucherpreise sind im Mai noch stärker gestiegen als erwartet. Laut Eurostat liegen die Lebenshaltungskosten derzeit 3,7 über Vorjahresniveau. Allein im vergangenen Monat legten die Preise in Deutschland um 3 Prozent zu. Das liegt vor allem am teurer werdenden Öl. Der Liter Heizöl war vor einem Jahr noch 57 Prozent günstiger zu haben. 

„Auch die Preise für viele andere Rohstoffe kletterten unaufhörlich weiter“, erklärt Holger Brauer. Er managt den MAT Real Return (WKN: 848436). Dieser Rentenfonds des deutschen Vermögensverwalters Maintrust aus dem japanischen Nomura-Konzern investiert weltweit in inflationsgeschützte Staatsanleihen mit guter Schuldnerqualität (Investment Grade). Knapp die Hälfte von ihnen stammt derzeit aus den USA. Die Eurozone macht etwa ein Viertel des Portfolios aus. 

„Bei inflationsindexierten Anleihen sind sowohl der Nominalbetrag als auch der Zinskupon an die Preissteigerung gekoppelt“, erklärt Brauer. „Je höher die Inflation, umso höher fällt die Zinszahlung sowie die Kapitalrückzahlung am Ende der Laufzeit aus.“ Typisch für die Art von Rentenpapieren: Ihre Rendite ist bei gleich bleibender Inflationsrate geringer als bei einem fest verzinsten Schuldtitel des gleichen Emittenten. Beschleunigt sich aber die Geldentwertung, gehen die inflationsindexierten Anleihen in Führung. 

Eine solche Situation sei derzeit gegeben, so Brauer: „Bei anhaltendem Inflationstrend werden inflationsindexierte Anleihen auch künftig bessere Renditen abwerfen als herkömmliche.“ Seit Juni 2007 verzeichnete der Fonds auf Jahressicht eine Rendite von 8,2 Prozent. Der Index für nominale Staatsanleihen Deutschlands (Rex-P) legte dagegen um nur 4,9 Prozent zu. Seit Jahresbeginn ist der Wert des Fonds um 4,4 Prozent gestiegen. Weniger als die Hälfte davon (2 Prozent) waren es beim Rex-P. 

Für Rentenanleger dürften traditionelle Nominalanleihen auch in der näheren Zukunft gegenüber den Papieren mit Kapitalschutz vor dem Preisauftrieb alt aussehen. „Verbraucher und Anleger müssen sich mittelfristig auf höhere Inflationsraten einstellen“, begründet Brauer. Denn den Hütern der Preisstabilität seien aktuell die Hände gebunden: „Den Zentralbanken wird es sehr viel schwerer fallen, ihre Inflationsziele einzuhalten“, so Brauer. 

„Angesichts anhaltender Gefahren für die weltweite Konjunktur können sie nur eingeschränkt mit Zinserhöhungen reagieren.“ Höhere Kosten für Kredite würden der schwächelnden Wirtschaft einen schweren Dämpfer verleihen.“ Brauer: „Anleger müssen ihr Geld somit selbst vor der Entwertung schützen.“ Denn auch die Inflationsbremse Billigimporte falle derzeit aus: „Asien ist stattdessen zum Inflationstreiber geworden.“

Bisher galt, dass Risiken für die Preisstabilität in Europa durch zunehmende Importe aus Schwellenländern mit günstigen Produktionskosten ausgeglichen werden können. Brauer: „Das erwies sich als Irrtum.“ So ist zum Beispiel die chinesische Geldpolitik erstrangig auf den Wechselkurs ausgerichtet. „Das heißt, der steigenden Inflation wird dort nur wenig oder gar nicht entgegengewirkt“, so der Maintrust-Fondsmanager weiter. Der Ausgabeaufschlag beträgt 2 Prozent. Die jährliche Verwaltungsgebühr liegt bei 0,72 Prozent.
Mehr zum Thema