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Franklin Templeton InvestmentsAktualisiert am 09.06.2020 - 16:28 UhrLesedauer: 4 Minuten
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Matthias Hoppe zur Notenbankpolitik Asset-Preise koppeln sich von der Marktentwicklung ab

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EZB bekommt die Inflationssteuerung nicht in den Griff

Und in der Eurozone? Anfang Juni sprach der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi noch davon, dass die Notenbank reagieren werde, sollten sich die Konjunkturdaten verschlechtern. Mitte Juni dann sagte er, dass die EZB reagieren würde, falls die Daten nicht besser würden. Ein kleiner, aber feiner Unterschied. 

Im Wesentlichen geben die Notenbanker zu, dass die Markterwartungen für die Inflation schneller zurückgegangen sind, als es die Mitglieder des EZB-Rates für wünschenswert erachten. Immerhin liegen die Erwartungen auf einem niedrigeren Niveau als zu Beginn der quantitativen Lockerung (QE) im März 2015.

Das bedeutet aus unserer Sicht, dass die Bank reagieren muss. Die EZB ist eine inflationszielorientierte Zentralbank und muss deshalb die Inflationserwartungen managen. Die eigenen Inflationsprognosen der EZB für 2021 liegen mit nur 1,6 Prozent deutlich unter dem Zwei-Prozent-Ziel. Und so kommt es, dass der Markt mittlerweile auch für die Eurozone Zinssenkungen einpreist.

Fazit: Zinsen werden auf lange Sicht niedrig bleiben

Unsere Schlussfolgerung ist, dass die Zinsen in der Eurozone lange Zeit niedrig bleiben dürften. Das intensiviert die Suche nach Rendite und zwingt Anleger, am längeren Ende der Zinskurve zu investieren und somit mehr Risiko aufzunehmen – was wiederum bedeutet, dass sich die Zinskurven in Europa deutlich verflachen werden.

Die Kommentare, Meinungen und Analysen dienen nur zu Informationszwecken und sollten nicht als individuelle Anlageberatung oder Empfehlungen zur Anlage in einem Wertpapier oder zur Umsetzung einer Anlagestrategie betrachtet werden. Da sich die Markt- und Wirtschaftsbedingungen schnell ändern, werden Kommentare, Meinungen und Analysen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung abgegeben und können sich ohne Vorankündigung ändern. Das Material ist nicht als vollständige Analyse aller wesentlichen Fakten bezüglich eines Landes, einer Region, eines Marktes, einer Branche, einer Investition oder einer Strategie gedacht.

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