Maxime Carmignac

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Maxime Carmignac: „Ich habe den Schlüssel zum Ferrari“

DAS INVESTMENT: Wann übernehmen Sie die Firma Ihres Vaters?

Maxime Carmignac: So schnell wird mein Vater nicht in Rente gehen. Er ist mit seinen 63 Jahren noch sehr fit. Und gucken Sie sich Warren Buffett an, der ist 80 Jahre alt und wird immer besser.

Aber wenn sich Ihr Vater zurückzieht, wären Sie schon interessiert?

Carmignac: Ich habe nichts dagegen. Aber ganz so einfach ist das nicht. Schließlich hat mein Vater ja viele verschiedene Aufgaben in der Firma: Er ist nicht nur für die grundsätzliche strategische Ausrichtung von Carmignac Gestion zuständig, sondern als Investment-Chef auch für die Investmentstrategie. Es wird sich zeigen, ob ich eine, zwei oder keine dieser Aufgaben übernehmen kann. Es ist noch nichts entschieden.

2006 haben Sie als Aktienanalystin in der Firma Ihres Vaters angefangen. Aber schon nach zwei Jahren sind Sie wieder ausgestiegen.

Carmignac: Ich hatte damals ein Problem damit, dass ich letztlich doch immer die Tochter des Chefs war. Ich wollte anders wahrgenommen werden, darum bin ich ins Ausland gegangen.

Um für Hedgefonds-Boutiquen in New York und London zu arbeiten. Warum sind Sie Ende 2009 wieder zurückgekommen?

Carmignac:
Inzwischen bin ich etwas älter und reifer geworden. Ich weiß jetzt die Vorteile zu schätzen, die man als Tochter des Firmenchefs hat. Die Vorteile überwiegen die Nachteile. Ich habe den Schlüssel zum Ferrari, warum sollte ich nicht fahren?

Und wenn Sie einen Unfall bauen?

Carmignac: Der Druck ist zwar hoch, aber wenn es mal einen Monat nicht gut läuft, werde ich nicht gleich gefeuert. Und letztlich gibt es noch genug andere Unternehmen, für die ich arbeiten kann.

Wie eng arbeiten Sie mit Ihrem Vater zusammen?

Carmignac:Wir haben jeden Morgen ein Meeting mit dem gesamten Investment-Team, das mein Vater leitet. Er gibt mir Rat und hilft, wo er kann. Aber ich bekomme natürlich auch viel Unterstützung von den anderen Analysten-Teams. Und mein Vater kann mir nicht bei allem helfen, schließlich ist sein Fonds, der Carmignac Patrimoine, ganz anders als der Carmignac Market Neutral, den ich betreue. Ich manage das Risiko und damit vor allem das Verhältnis von Longund Short-Positionen.

2010 haben Sie sich gut geschlagen. Mit plus 7,02 Prozent lag der Carmignac Market Neutral sogar knapp vor dem von Ihrem Vater betreuten Carmignac Patrimoine, der 6,93 Prozent schaffte. Sind Sie zufrieden?


Carmignac: Ja, ich bin zufrieden, auch wenn wir unser Ziel von 10 Prozent pro Jahr, bei einer Volatilität von 5 Prozent, knapp verfehlt haben.

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