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Simon Kaesler: Der Partner bei McKinsey & Company ist verantwortlich für alle Aktivitäten im Bereich digitale Vertriebssysteme in Europa, einschließlich Insurtech. Zu seinen besonderen Kompetenzfeldern gehören der Aufbau digitaler Angreifer, Vertriebstransformation, Omnichannel und Mehrfachzugriff, Advanced Analytics, Customer-Experience- und Sales-Force-Effectiveness-Programme. | © Digital Insurance Agenda

Versicherungsexperte Simon Kaesler „Neue digitale Geschäftsmodelle zeigen Erfolg“

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McKinsey ist ein Wissenspartner von Digital Insurance Agenda (DIA). Simon Kaesler war einer der „Thought Leader“, die ihre Vision auf der DIA-Konferenz 2018 in München präsentiert haben. Auf der DIA Munich 2019 am 20. und 21. November erwarten Sie ähnlich hochkarätige Referenten. Es gibt noch Eintrittskarten. Klicken Sie hier, um sich anzumelden.

Wir erleben bei der DIA so viele Insurtechs auf der Bühne, von denen jedes seine eigenen charakteristischen Produkte und Geschäftsmodelle hat, gepaart mit einem hohen Maß an Innovation. Wie sehen Sie die wachsende Insurtech-Landschaft?

Simon Kaesler: Es ist spannend, die Entwicklung im Verlauf der Jahre zu verfolgen. Seit 2012 wurden mehr als 10 Milliarden Dollar in Insurtech investiert; das ist eine beachtliche Summe. Abgesehen von der beeindruckenden Größenordnung dieser Investitionen haben wir drei Haupttrends beobachtet: Diversifikation, eine Professionalisierung und Kollaboration. Die Diversifizierung macht deutlich, dass Insurtechs nicht mehr länger ausschließlich auf das P&C-Geschäft und den Vertrieb fokussieren (wie es anfangs der Fall war), sondern vermehrt digitale Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Geschäftsbereiches hinweg entwickeln. Das bedeutet, dass es inzwischen wesentlich mehr Bereiche gibt, in denen digitale Technologien eine Rolle spielen. 

Der zweite Trend, die Professionalisierung, ist etwas, das mit der Unternehmensreife einhergeht. Um sich in dem hoch komplexen und stark regulierten Versicherungsmarkt behaupten zu können, müssen Insurtechs beweisen, dass sie ihre Hausaufgaben gemacht haben. Innovation braucht Leute, die aufrütteln und Dinge in Bewegung bringen, aber auch Geduld und eine solide Go-to-Market-Strategie. 

Und das bringt uns zum dritten Trend: Kollaboration. Zwar haben Insurtechs als sogenannte digitale Angreifer begonnen, indem sie darauf abzielten, die traditionelle Versicherungsindustrie umzukrempeln, aber inzwischen erkennen sie, dass sie kollaborieren müssen, wenn sie überleben wollen. Derzeit versuchen nur 10 Prozent der Insurtechs, das gesamte Geschäftsmodell der Versicherungsbranche zu revolutionieren. Fast zwei Drittel konzentrieren sich auf bestimmte Segmente der Wertschöpfungskette und wollen sich auf sinnvolle Weise mit etablierten Versicherungsunternehmen integrieren. Die Frage lautet nicht länger „Insurtechs oder traditionelle Versicherer“, sondern wie beide am besten zusammenarbeiten können, um echten Mehrwert für Kunden zu erzielen. 

Klingt so, als würden sich die digitalen Technologien ihren Weg in die Versicherungsindustrie bahnen! Aber wie bewährt sich „digital“ im Markt?

Nach unserer Beobachtung führen digitale Player oft den Markt an, und dabei stechen bestimmte Dinge hervor, die die Gründe dafür erklären. Wenn Sie zum Beispiel die Kfz-Versicherung nehmen und typische traditionelle Versicherungsunternehmen mit digitalen Anbietern vergleichen, dann werden Sie einen deutlichen Unterschied bei den Key Performance Indicators (KPIs) feststellen. Erstklassige Effizienz wird von durchgängig digitalen Geschäftsmodellen getrieben, einschließlich des Go-to-Market-Ansatzes. Wir beobachten eine substanzielle Kluft zwischen erfolgreichen neuen Anbietern und durchschnittlichen traditionellen Versicherern, und sie wird eher noch größer. 

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