Quelle: Helgi / photocase.com

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McKinsey-Umfrage: Finanzkrise traf vor allem Privatanleger

Die Asset-Management-Industrie ist im vergangenen Jahr weltweit um 19 Prozent geschrumpft. In Westeuropa wurde mit 17 Prozent der stärkste Volumenrückgang seit zehn Jahren verzeichnet. Auch die Performance der verwalteten Vermögen nahm nahezu überall um mindestens 10 Prozent ab. Dies sind Ergebnisse der aktuellen Umfrage der Unternehmensberatung McKinsey. Die Berater befragten hierfür mehr als 300 Fondsgesellschaften mit einem Gesamtvermögen von 13 Billionen Euro. Dies entspricht 50 Prozent der Gesamtbranche. Auch die Profitabilität brach in allen untersuchten Regionen ein. Der Gesamtgewinn der Branche ging um 40 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro zurück. Nur wenige Segmente hatten es geschafft, in dem schwierigen Marktumfeld zu bestehen. Dazu zählen die mit der Bestnote AAA bewerteten Geldmarkt- und Rentenfonds sowie passiv gemanagte börsengehandelte Fonds ETFs, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Institutionelle Anleger schneiden besser ab Das institutionelle Geschäft entwickelte sich im Allgemeinen  besser als das Privatkundengeschäft. Es verzeichnete einen geringeren Volumenrückgang sowie widerstandsfähigere Erträge. „Institutionelle Asset Manager haben in der Regel einen konservativeren Asset-Mix, weswegen sie im Vorjahr eine vergleichsweise bessere Anlageperformance aufwiesen“, so McKinsey. Im ersten Halbjahr seien jedoch zunehmender Preisdruck sowie abnehmende Nettomittelzuflüsse zu beobachten. Auch die Kosten der europäischen Asset Manager gingen 2008 zum ersten Mal seit elf Jahren zurück. Als Hauptgrund nennt McKinsey die Kürzung von variablen Vergütungen und Bonuszahlungen. Diese moderate Kostensenkung alleine konnte die Auswirkungen des drastischen Asset- und Ertragsrückgangs jedoch nicht wettmachen. „Asset Manager sollten ihr Geschäftsmodell überdenken. Weg von reinem Fondsmanagement, hin zur Entwicklung von kundenorientierten Investmentlösungen“ sagt Martin Huber, Direktor im Kölner Büro von McKinsey und Co-Autor der Studie. Dies könne auch bedeuten, Versicherungs- beziehungsweise I-Banking-Elemente mit einzubeziehen. Zusätzlich müssen sich Asset Manager laut Huber auf verstärkten regulatorischen Druck einstellen, insbesondere im Vertrieb.

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