Medien-Stimmen über neuen EZB-Chef: Der preußische Super-Mario
Nun scheint sich die „Bild“-Zeitung mit der Personalie abgefunden zu haben. „Erster Tag für ‚Super-Mario‘“ lautet die Schlagzeile zum offiziellen Amtseintritt des Gouverneurs der italienischen Zentralbank Banca d’Italia als EZB-Chef. „Selbst Gegner sagen: Draghi kann’s“, schreibt die Zeitung und würdigt die Verdienste des 64-Jährigen, der in Italiens Notenbank aufgeräumt und die Schuldenmacherei der italienischen Regierung kritisiert habe.
Ähnlicher Tenor auch bei anderen Medien. „Prominente Ökonomen aus aller Welt, etwa der Amerikaner Nouriel Roubini, halten Draghi für den richtigen Mann“, schreibt „Spiegel online“ und zitiert Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden, der Draghi als "eindrucksvoll und intelligent" beschreibt. „Ein fähiger Krisenmanager“, schreibt „Tagesschau.de“. „Der preußische Italiener“, titelt „Welt online“. „Vom ersten Tag an muss er kämpfen, schließlich geht es um den Fortbestand der Euro-Zone und ihrer Notenbank“, schreibt „Financial Times Deutschland“ in ihrem Artikel „Einstand ohne Schonfrist“.
Zur Person: Mario Draghi wurde 1947 als Sohn eines hochrangigen Beamten der Banca d’Italia geboren. Er verlor seinen Vater schon im Alter von 15 Jahren. Kurze Zeit später starb auch seine Mutter. Draghi besuchte eine von Jesuiten geführte katholische Privatschule in Rom. Anschließend studierte er Wirtschaftswissenschaften an der Universität in Rom sowie an der Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge bei Boston, wo er 1976 promovierte.
Draghi lehrte 1981 bis 1991 als Professor an der Universität Florenz, arbeitete für die Weltbank und an der Harvard University. Von 2002 bis 2005 war er Vizepräsident bei Goldman Sachs in London. Zwischen 2006 und 2011 war Draghi Gouverneur der italienischen Zentralbank. Draghi ist verheiratet und hat zwei Kinder.
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