Megatrend-Investments Auf E-Mission
Angesichts der gewaltigen Umbrüche bleibt es allerdings nicht ohne Risiko, auf schicke neue Geschäftsmodelle zu setzen. Der einst mit vielen Lorbeeren gestartete Fahrdienst Uber etwa bescherte seinen Aktionären, die zum Börsengang im Mai dieses Jahres eingestiegen sind, bislang ein Minus von 21,4 Prozent (Stand 21. Oktober). Mit thematischen Anlagestrategien wie dem Aktienfonds M&G Global Themes (ISIN: LU1670628491) sollen auch Menschen mit kleinem Geldbeutel an den großen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umschwüngen teilhaben können, ohne solche gefährlichen Klumpenrisiken einzugehen. „Die Welt verändert sich mit großer Geschwindigkeit.
Themen-Investments sind beliebt, und viele Anleger fragen sich, welche Trends in den nächsten Jahren an der Börse punkten werden“, sagt Alex Araujo. Der Fondsmanager hat das einstige Vorzeigeportfolio der britischen M&G Investments erst im Januar dieses Jahres mit dem Auftrag übernommen, die Wert entwicklung wieder in Schwung zu bringen. In der britischen Variante hütet Araujo für die Anteilseigner aktuell insgesamt 1,6 Milliarden Euro, in dem eigens wegen des drohenden Brexits im März 2019 aufgelegten Luxemburger Fonds sind es immerhin schon 314 Millionen Euro (siehe Tabelle).
Megatrend-Fonds im Überblick
Die Aktienfonds-Manager, die von einem oder mehreren Megatrends profitieren wollen, liefern vorzeigbare, zum Teil sogar spektakuläre Renditen ab (Link zu vergrößerter Darstellung). Wegen des geringen Alters vieler Fonds fehlen oftmals längerfristige Daten.

Seine Idee lautet, das Portfolio voll auf die Megatrends auszurichten. Neben den genannten Fortschritten in der Mobilität setzt er auf den Ausbau der Infrastruktur, den demografischen Wandel, das zunehmende Umweltbewusstsein und die einschneidenden technischen Innovationen, die über Transport und Verkehr hinausgehen. Auf den Top-Positionen seines Portfolios können auch etablierte KFZ-Hersteller wie Toyota landen, sofern sie ihm agil genug für die kommenden Aufgaben erscheinen: „Der Autobauer entwickelt nicht nur Hybridfahrzeuge, sondern investiert auch stark in weitere Innovationen wie den Wasserstoffantrieb.“
Andere Hersteller wagen sich in ganz neue Geschäftsfelder vor: BMW und Mercedes, die beiden großen Premiummarken Deutschlands, haben im Februar 2019 ihre Car-Sharing-Angebote vereint und gehen nun mit fünf gemeinsamen Diensten an den Start. VW hat sein Taxi-Sharing-Projekt Moia gestartet. Der Erfolg indes bleibt abzuwarten.
Der gute Wille allein reicht eben nicht, um einen erfolgreichen Strategieschwenk sicherzustellen, wie das Beispiel des vor 116 Jahren gegründeten Unternehmens Harley-Davidson zeigt. Händler berichten, dass sich statt junger Menschen vor allem langjährige Harley-Fahrer für das Elektromodell interessieren. Aber nicht allzu lange: „Sobald das Gespräch auf den Preis kommt, schwindet das Interesse sofort.“ Das ist wenig erstaunlich, verlangt der Hersteller für seine flüsterleise Rakete doch wenigstens 33.000 Euro, also den Gegenwert eines E-Autos von Tesla mit immerhin zwei Rädern mehr.
Die Fondsstrategen nehmen für sich selbstverständlich in Anspruch, die Gewinner der großen Umbrüche zu finden und die bald abgehängten Dinosaurier außen vor zu lassen. Das gilt sowohl für etablierte Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell anpassen, als auch für neue Spieler auf dem Markt. Und Araujos Taktik scheint aufzugehen: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 25,9 Prozent zu Buche, ein dreimal größerer Zuwachs als im Mittel der fünf Jahre zuvor. Eine übermäßig stark schwankende Wertentwicklung müssen Anleger dafür nicht in Kauf nehmen. Die Volatilität fällt mit 11 Prozent geringer aus als bei den meisten an Megatrends orientierten Aktienfonds.


