Lesedauer: 2 Minuten

Mehr als 8 Prozent im Minus Größter Kurseinbruch seit 2007 an den chinesischen Aktienbörsen

Der Shanghai Composite Index verlor in der Spitze neun Prozent und lag gegen 8:40 Uhr MESZ noch 8,4 Prozent im Minus bei 3214 Zählern. Der Hang Seng China Enterprises Index brach um bis zu 7,6 Prozent ein. Die Terminkontrakte auf den CSI 300 fielen bis zum täglichen Limit von zehn Prozent. „Das ist eine richtige Katastrophe und es sieht so aus, als ob nichts sie stoppen kann“, sagte Chen Gang, als Chief Investment Officer für die Kapitalanlagen bei Heqitongyi Asset Management Co. in Schanghai. „Wenn wir unsere Positionen nicht selbst verringern, laufen wir Gefahr, dass der Fonds zwangsweise geschlossen wird. Das ist in jüngster Zeit vielen neu aufgelegten privaten Fonds passiert. Ich hoffe, wir können überleben.“ Sich verschlechternde Konjunkturdaten und Anzeichen für Kapitalabflüsse untergraben die beispiellosen Versuche der Regierung, den Aktienmarkt im Volumen von 6 Billionen Dollar zu stützen. Als jüngste Maßnahme kündigte der Staatsrat am Sonntag an, dass Pensionsfonds erstmals Aktien kaufen dürfen, und zwar für bis zu 30 Prozent ihres Nettoanlagevolumens. Dieses lag nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua Ende 2014 bei 3,5 Billionen Yuan (547 Milliarden Dollar). Die von Investoren erwartete Mindestreservesenkung für die Banken blieb indes aus. Die Regierung „versucht den Marktkräften auf einem überhöhten Niveau zu trotzen“, sagte Daniel So, Stratege bei CMB International Securities in Hongkong. Die Politiker sollten sich „darauf konzentrieren, der realen Wirtschaft zu helfen, statt den Aktien.“
Im Shanghai Composite verzeichneten mehr als 750 Aktien Verluste von zehn Prozent - das tägliche Limit. Der Index ist seit dem Hoch am 12. Juni um 38 Prozent eingebrochen, was über 4 Billionen Dollar an Marktwert vernichtet hat.
Aktien von PetroChina- nach Marktwert das größte chinesische Unternehmen - verloren 8,4 Prozent. Bei Industrial and Commercial Bank of China, der Nummer zwei, sackte der Kurs um 7,7 Prozent ab. „Chinas Wirtschaft sieht ziemlich schlimm aus und in einigen Sektoren gibt es Blasen“, sagte Wu Kan, Fondsmanager bei JK Life Insurance in Schanghai. Er beließ seine Positionen unverändert. „Der Verkaufsdruck an den Märkten weltweit belastet die Stimmung hier ebenfalls. Der Shanghai Composite könnte auf ein Niveau um 3000 Zähler fallen.“
Mehr zum Thema
Vermögensverwalter„Wir glauben, dass der Dax übertreibt“ Peso-AbwertungAnleger flüchten in Anleihen mit Rendite von minus 3 Prozent Ausgabe September 2015 ab sofort am KioskCHINA-CRASH