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Mehr als das US-BIP Marktkenner warnt vor ETF-Blase

In den letzten zwölf Monaten haben Anleger Indexfonds im Wert von 18,2 Billionen US-Dollar gehandelt, zitiert das Handelsblatt den Blog Zerohedge, der tief in den Kapitalmärkten stecken soll. Das sei mehr als das amerikanische Bruttoinlandsprodukt beträgt, schreibt einer der Autoren. Der Vergleich des Handelsvolumens mit dem BIP klingt erschreckend, habe aber eigentlich keine Aussagekraft, urteilt das Handelsblatt. Trotzdem sei die Entwicklung der ETFs (Exchange Traded Funds) berauschend und gebe immer wieder Anlass für Warnungen. So machte sich die US-Notenbank zeitweise Sorgen, dass hochgehebelte ETFs die Stabilität des Finanzsystems gefährden könnten. Auch der bekannte Investor Carl Icahn warf Blackrock-Chef Larry Fink vor, dass die Indexfonds aus seinem Hause gefährlich sein. Fluch und Segen zugleich Der Vorteil von ETFs ist für Anleger, einen erleichterten Ein- und Ausstieg in einzelne Bereiche des Kapitalmarkts. Dazu sind sie preisgünstig und ermöglichen auf einen Schlag den unkomplizierten Zugriff auf ein ganzes Sortiment. Genau diese Griffigkeit kann aber im Krisenfall zu Problemen führen. So schnell wie Investoren in einen Bereich reinkommen, so kommen sie auch wieder raus. Fondsgesellschaften wie Vanguard haben sich daher schon Kreditlinien bei Banken besorgt, um im Notfall selber eingreifen und Kurse stützen zu können, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Ein weiteres Problem bei ETFs ist, wenn immer mehr nur die abgeleiteten Produkte gehandelt werden statt der eigentlichen Wertpapiere, dann trocknet der Markt von dem alles abhängt aus. Es gibt bereits die These, dass Aktienmärkte unnatürlich wenig Schwankungen aufweisen, weil Investoren ihre Aktienrisiken über Derivate absichern, statt die Aktien zu handeln. Deswegen sollten sich Investoren unbedingt den entsprechenden Markt genau anschauen. Denn sollte der unterliegende Markt einfrieren, bieten ETFs keine echte Liquidität mehr.
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