Seit 2020 untersucht das Beratungsunternehmen Infinma Fonds, die in Fondspolicen enthalten sind. In den Jahren 2020 bis 2022 werteten sie über 38.000 Datensätze zu gut 6.000 Fonds beziehungsweise Fondstranchen aus. Dabei stellten sich die Analysten unter anderem auch die Frage, wie nachhaltig die Fonds in den Fondspolicen sind.
Um herauszufinden, wie viele Produkte den regulatorischen Nachhaltigkeitsvorgaben genügen, haben die Forscher einen Index entwickelt. Der Nachhaltigkeitsindikator von Infinma für Fondspolicenbestände (INI) gibt den Anteil der Kundengelder an, die in Investmentfonds liegen, welche nach den Artikeln 8 und 9 der EU-Offenlegungsverordnung von den Kapitalverwaltungsgesellschaften als nachhaltig eingestuft wurden.
Jedes Jahr 2.000 nachhaltige Fonds mehr
In jedem der drei untersuchten Geschäftsjahre wurden jeweils über 2.000 Fondspolicen-Fonds neu als nachhaltig eingestuft. Jeweils 400 Fondspositionen mussten jedes Jahr heruntergestuft werden. Rund 10.000 Positionen blieben unverändert.
Der branchenweite INI stieg in den zwei Jahren zwischen 2020 und 2022 von 51 Prozent auf 56 Prozent. „Auch wenn die Lebensversicherungsbranche in der Öffentlichkeit gerne als konservativ und träge kritisiert wird, sind die Kapitalanlagen der Kunden in den Fondspolicen schon jetzt mehrheitlich nachhaltig entsprechend Artikel 8 oder 9 der EU-Transparenzverordnung“, schreiben die Analysten.
Das Volumen der nachhaltigen Fonds hat sich von 74,1 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2020 auf 84,6 Milliarden. Euro im Geschäftsjahr 2022 erhöht. Von knapp 14.000 Fonds beziehungsweise Fondsklassen, die die deutschen Lebensversicherer im Jahre 2022 im Bestand hatten, sind bereits weit über 8.000 nachhaltig gemäß der EU-Offenlegungsverordnung. „„ie Lebensversicherungsbranche ist demnach deutlich grüner, als man das gemeinhin glaubt“, sagt Infinma-Geschäftsführer Jörg Schulz zu den eigenen Analyseergebnissen.

