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Philippe Lecoq, Co-Chef Europäische Aktien und Fondsmanager des EdR Europe Value & Yield bei Edmond de Rothschild

Philippe Lecoq, Co-Chef Europäische Aktien und Fondsmanager des EdR Europe Value & Yield bei Edmond de Rothschild

Mehr als nur bequeme Alternative

Europäische Aktienmärkte - sicherer Hafen oder wahre Renditequelle?

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Die Unsicherheit über die Anhebung der US-Leitzinsen durch die US-Notenbank (Fed), gepaart mit Unruhen in einigen Schwellenländern – insbesondere  in China – haben Investoren möglicherweise dazu veranlasst, sich reflexartig europäischen Aktien zuzuwenden. Das „alte Europa“ hat allerdings mehr zu bieten als Sicherheit: Die überzeugenden Faktoren sind robuste Fundamentaldaten und attraktive Anlagemöglichkeiten.

Kaum Gefahr durch Schwellenländer

Zum Ende des Sommers brachten Befürchtungen über eine harte Landung Chinas die Märkte weltweit ins Stocken. Nachdem sich in den Konjunkturdaten dann eine abrupte Wachstumsverlangsamung abzeichnete, reagierten die Märkte panikartig. Viele Anleger hatten Zweifel daran, ob es Europa gelingen würde, den Schockwellen standzuhalten. Allerdings haben die veröffentlichten Zahlen der letzten Wochen dazu beigetragen, Investoren einigermaßen zu beruhigen.

Bisher konnte der Konjunktureinbruch der Schwellenländer die einsetzende Erholung Europas nicht gefährden. Auch die Anfang Oktober veröffentlichte Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) untermauert tendenziell die positive Stimmung. Zwar wurden mehr Charts nach unten als nach oben korrigiert, dennoch konnte sich die Eurozone dem allgemeinen Trend widersetzen. Prognosen gehen derzeit von einem Wirtschaftswachstum von mehr als 1,5 Prozent für das Jahr 2015 und 1,6 Prozent für das kommende Jahr aus.

Lediglich eine weitere Verschlechterung in China könnte das „alte Europa“ ins Schwanken bringen. Allerdings bemüht sich Peking, den Übergang von einer Industriegesellschaft hin zu einer dienstleistungsorientierteren Wirtschaft zu beschleunigen. Regierung und Zentralbank verfügen hier noch über eine Reihe von Instrumenten, um einen Abschwung, wenn nötig, abzufedern.

Nachhaltige Konjunkturstützen

Strukturelle Reformen in vielen europäischen Ländern, niedrigere Rohstoffpreise und ein schwacher Euro – all diese Faktoren sind erhebliche Wettbewerbsvorteile für europäische Unternehmen, die ihre Geschäftsentwicklung vorantreiben wollen. Insgesamt zeigen sich europäische Unternehmen in stabiler Verfassung. Daneben haben viele Unternehmen mit ihren Ergebnissen die Erwartungen für das erste Halbjahr 2015 übertroffen. Darüber hinaus wurden auch die Wachstumsprognosen zur Gewinnentwicklung nicht nach unten korrigiert.

Europäische Unternehmen werden derzeit zu sehr attraktiven Kursen gehandelt, denn angesichts der niedrigen Zinsen – wohl auch in nächster Zeit – bieten europäische Unternehmen attraktive Erträge. Die Hochstimmung der Anleger spiegelt sich folglich auch in den Kapitalmarktzuflüssen wider.

Aktive europäische Aktienstrategien verzeichneten seit Anfang 2015 bis Ende August Mittelnettozuflüsse von 42 Milliarden Euro (ausgenommen länderfokussierte Fonds), während britische und US-amerikanische Aktienfonds Kapitalabflüsse von 10 Milliarden bzw. 17 Milliarden Euro verbuchen mussten .

Rückhalt durch die Geldpolitik

Europa ist weitestgehend von den Auswirkungen der chinesischen Krise verschont geblieben und befindet sich nun in einer günstigen Lage. Dies ist vor allem der uneingeschränkten Unterstützung durch die Europäische Zentralbank (EZB) zu verdanken. Die unterstützende Geldpolitik der Notenbank – und insbesondere das Programm zur  geldpolitischen Lockerung – dürften die Finanzierungskosten für Unternehmen weiterhin und so lange wie nötig bis mindestens September 2016 niedrig halten.

Im Gegensatz dazu werden die US-Notenbank und die Bank of England voraussichtlich bald die Normalisierung ihrer Geldpolitik einleiten. Ein solcher Schritt wird seit Monaten erwartet. Strategisch werden die EZB und andere Zentralbanken also weiter auseinanderdriften, was sich positiv auf den europäischen Aktienmarkt auswirken dürfte, insbesondere durch eine weitere Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar.

Eine Strategie für jedes Marktumfeld

Philippe Lecoq, Co-Head Europäische Aktien und Co-Manager des Edmond de Rothschild Europe Value & Yield, hat die Volatilität im Fonds reduziert, indem er einerseits unterbewertete Unternehmen und andererseits Aktien mit attraktiven Renditen miteinander kombiniert. Unterbewertete Unternehmen mit Potential für eine Bewertungsanpassung (sogenannte Value-Aktien) profitieren von steigenden Aktienkursen. Demgegenüber schützen Unternehmen, die aufgrund ihrer Größe oder ihrer nachhaltigen Dividendenausschüttung (Rendite) ausgewählt wurden, in fallenden Märkten vor Verlusten. Das Portfolio besteht zu 53 Prozent aus Value-Aktien und als Gegengewicht zu 47 Prozent aus Wachstumswerten.

Die Anlagestrategie von Philippe Lecoq ist in hohem Maße an die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die vorherrschende hohe Volatilität angepasst. Der Fonds investiert in erstklassige, hochkapitalisierte Aktien aus Europa und strebt positive Renditen über den gesamten Konjunkturzyklus hinweg an. Europas Szenario für eine wirtschaftliche Erholung geht schrittweise auf, wobei sich sowohl die Euro-Abwertung und der niedrige Ölpreis als auch die EZB-Politik positiv auswirken. Für unterbewertete Unternehmen sind das gute Nachrichten. Gleichzeitig profitieren Value-Aktien von den niedrigen Zinsen und dieses Niedrigzinsumfeld wird aller Voraussicht nach weiter anhalten.

Nach erheblichen Kurskorrekturen in den letzten Jahren rückt der Telekomsektor, der im Fonds sehr gut vertreten ist, wieder in den Vordergrund. Die Europäische Kommission hat sich für eine Konsolidierung des Telekomsektors besonders stark gemacht. Telekomwerte profitieren vom sinkenden Wettbewerbsdruck sowie einer Umsatzstabilisierung und einer Erholung der Cash-Flow-Generierung. Auch die Sichtweite bei Dividendenausschüttungen hat sich verbessert. Bei Versorgern sucht Philippe Lecoq nach Unternehmen, die innerhalb unabhängiger Regulierungsrahmen operieren. Zu guter Letzt finden sich auch im Pharmasektor einige interessante Anlageobjekte.

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