Mehr als quantitative Kriterien anwenden

Solide Renditen mit Long-und Short-Positionen

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Von Erfolgsunternehmen profitieren und aus Aktien mit negativer Kursentwicklung zusätzlich Kapital schlagen – das ist der Traum vieler Anleger. 130/30-Fonds setzen diesen Wunsch strategisch um: Die Portfoliomanager schrauben den Investitionsgrad bei chancenreichen Unternehmen auf 130 Prozent hoch. Gleichzeitig wird bei rückschlaggefährdeten Titeln auf sinkende Kurse gesetzt. Diese Short-Positionen machen zumeist 30 Prozent des eingesetzten Kapitals aus. Im Ergebnis sind Anleger zu 100 Prozent an den Aktienmärkten investiert. Die Übergewichtung erfolgreicher Gesellschaften und das Shorten der Kellerkinder lassen das gesamte Portfolio in Aufschwungphasen stärker steigen als den Vergleichsindex, so das Kalkül. In Abschwungphasen wiederum sollen die geshorteten Aktien das Rückschlagsrisiko dämpfen. In der Theorie überzeugt das Konzept. Im Krisenjahr 2008 verfehlten allerdings zahlreiche 130/30-Fonds ihre Performance-Ziele. Die Strategie fiel daher in Ungnade– zu Unrecht, meinen Neil Robson und Ashish Kochar. Nach Erkenntnis der beiden Columbia-Threadneedle-Fondsmanager enttäuschten vor allem jene Fonds, die ihre Long- und Short-Positionen nur nach rein quantitativen Kriterien auswählten. Nicht so der Threadneedle Global Extended Alpha Fund, den Robson und Kochar seit Anfang 2014 managen und dessen Erfolgskonzept sie seither fortsetzen. Das Gespann nutzt hierzu umfassende Fundamentalanalysen und bewertet dabei auch Chancen und Risiken von Einzeltiteln. Lob der Hartnäckigkeit

Die Hartnäckigkeit des Managements, nicht nur quantitativ vorzugehen, zahlte sich jedenfalls für die Anleger aus. „Durch die Umsetzung des fundamentalen Bottomup-Ansatzes bei der Auswahl von Long-und Short-Positionen kann der Fonds seit seiner Auflegung solide Renditen erwirtschaften“, erklärt Robson. In Phasen mit starken Auf- oder Abwärtstrends liefert die Strategie besonders gute Ergebnisse: So blieb der Fonds nicht nur im Jahr 2008, sondern auch 2011 standhaft, obwohl die Eurokrise den internationalen Aktienindex um rund 7 Prozent abstürzen ließ. Im Hausse-Jahr 2013 wiederum gewann der Global Extended Alpha Fund in US-Dollar gerechnet 38,7 Prozent. Die Outperformance gegenüber dem Index betrug damit mehr als 13 Prozentpunkte. Und Robson und Kochar konnten den MSCI World in der Ein-Jahres-Betrachtung (Stand: Ende Juli 2015) um knapp 7 Prozent schlagen – es wäre nicht verwunderlich, wenn Sie den Marktdurchschnitt auch künftig deklassieren.

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