Was haben EZB-Präsident Jean-Claude Trichet <br> und ETF gemeinsam?, Foto: Getty Images

Was haben EZB-Präsident Jean-Claude Trichet
und ETF gemeinsam?, Foto: Getty Images

Mehr ETF durch steigende Zinsen?

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Auch wenn es in der öffentlichen Diskussion oftmals heißt, dass es schon viel zu viele ETF gibt, stellt sich immer wieder heraus: Viele Anlagesegmente und -strategien sind bisher noch nicht durch ETF investierbar.

ETF-Produkte für steigende Zinsen

Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in naher Zukunft eine Reihe neuer ETF sehen werden, welche die Wertentwicklungen bekannter Staatsanleihen-Indizes umgekehrt abbilden werden (Short-Produkte). Dadurch könnten Investoren von steigenden Zinsen profitieren. Das ist insbesondere deshalb wahrscheinlich, da die Zinsen aufgrund ihrer derzeitigen Niveaus über einen längeren Zeitraum hinweg steigen könnten.

Aktien-ETF


Es gibt aber nicht nur im Bereich der festverzinslichen Wertpapiere Bedarf an weiteren Produkten. Auch im Segment der Aktienindizes gibt es noch viele Bereiche, die nicht durch ETF abgedeckt werden. Zwar gibt es schon einige entsprechende Fonds auf europäische, asiatische und globale Sektoren. Aber diese decken noch lange nicht das gesamte Spektrum der Möglichkeiten ab.

Zudem könnten gerade in diesem Bereich weitere Strategie-ETF - zum Beispiel gehebelte oder Short-Varianten - sinnvolle Ergänzungen sein. Ich will nicht sagen, dass der Markt für jeden Branchenindex solche Varianten benötigt. Aber gerade in den hoch liquiden Sektoren wie Banken, Grundstoffe, Technologie und Versorger wären entsprechende Angebote sicherlich sinnvoll.

Eine Frage des Stils

Ein weiterer Bereich, der bisher nur durch wenige Strategiefonds abgedeckt wird, sind die sogenannten Style-Indizes. Bei diesem Konzept werden Aktien aufgrund ihrer Kennzahlen gewissen Investmentstilen zugeordnet. Dazu gehören der Value-Stil für unterbewertet erscheinende, substanzstarke Werte oder der Growth-Stil für Aktien von Unternehmen mit überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen.

Gerade neue ETF-Anbieter können sich über entsprechende Nischenangebote profilieren und dadurch Marktanteile gewinnen. Der First-Mover-Vorteil könnte jedoch die etablierten Wettbewerber dazu bringen Produkte nachzulegen. Das könnte dazu führen, dass die kleinen, neuen Anbieter nicht genug Kapital einsammeln und am Ende die Fonds vom Markt nehmen müssen.

Detlef Glow schreibt regelmäßig in der Online-Community von Thomson Reuters - Lipper, die nur für professionelle Investoren (Vermögensverwalter mit §32 KWG Zulassung o.ä.) zugänglich ist.

Für den Inhalt der Kolumne ist allein der Verfasser verantwortlich. Der Inhalt gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder, nicht die von Thomson Reuters.

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