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Mehr Fälle von Kapitalanlagebetrug gemeldet

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Im Jahr 2009 wurden laut einer Statistik des Bundeskriminalamtes (BKA) 18.313 Fälle von Kapitalanlagebetrug zur Anzeige gebracht, mehr als dreimal so viele wie noch 2008. Auch die Zahl der registrierten Delikte im Zusammenhang mit Kreditvergaben stieg demnach um 176 Prozent auf 19.792.

Damit sind diese Vergehensarten praktisch allein verantwortlich für den Anstieg der vom BKA registrierten Wirtschaftskriminalität um ein Fünftel auf 101.340 Delikte. Wie die Behörde weiter mitteilte, sei der Anstieg der Zahl der Delikte eher einer abnehmenden Dunkelziffer geschuldet als einem tatsächlichen Anstieg der Wirtschaftskriminalität.

Als mögliche Ursache für den Zuwachs nannte BKA-Präsident Jörg Ziercke die öffentliche Aufarbeitung der Wirtschafts- und Finanzkrise in den Medien sowie die Aufrufe von Verbraucherschutzorganisationen zu Strafanzeigen gegen Anlagevermittler. Diese hätten „offenbar beim Bürger zu einer verstärkten Sensibilität geführt und das Anzeigeverhalten der Geschädigten beeinflusst“, erklärte Ziercke.

Wie im Vorjahr bezifferte das BKA den Gesamtschaden durch Wirtschaftskriminalität auf 3,43 Milliarden Euro. Interessantes Detail: Der Anteil der Wirtschaftsdelikte an allen polizeilich registrierten Straftaten beträgt lediglich 1,6 Prozent, der dadurch verursachte Schaden erreicht allerdings nahezu die Hälfte des Gesamtschadens von rund 7,2 Milliarden Euro.

Laut der Behörde wurden 2009 insgesamt 35.801 Tatverdächtige im Bereich der Wirtschaftskriminalität registriert, 308 mehr als im Jahr zuvor. Die Aufklärungsquote beträgt 91,7 Prozent – sie liegt damit mehr als doppelt so hoch wie bei der Gesamtkriminalität.

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