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Ein weiter Weg Foto: IMAGO / YAY Images
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Weltfrauentag

Mehr Frauen – bessere Entscheidungen

Anlässlich des neuesten Berichts der Hampton Alexander Review, einer von der Wirtschaft angeregten und von der Regierung unterstützten Initiative für mehr Frauen in Führungspositionen, habe ich darüber nachgedacht, was sich verändert hat, seit ich 2018 begonnen habe, Unternehmen zum Thema Diversität zu befragen.

Miranda Beacham, Aegon AM

Klar ist, dass sich in Großbritannien eine erstaunliche Verbesserung eingestellt hat. So gibt es innerhalb der 350 größten an der Londoner Börse gehandelten Unternehmen, die im Financial Times Stock Exchange Index (FTSE 350) vertreten sind, keine rein männlichen Vorstände mehr. Stattdessen hat sich die Anzahl der Frauen in den Vorständen des FTSE 350 in den vergangenen fünf Jahren um 50 Prozent erhöht. 40 Prozent der nicht-exekutiven Positionen sind heute mit Frauen besetzt.

Das alles ist großartig − und vielleicht erscheint die Leistung sogar noch größer, wenn man bedenkt, dass die Entwicklung sich selbst im vergangenen Jahr fortsetzte, als die Welt coronabedingt stillstand.

Frauen weiter unterrepräsentiert

Dennoch gibt es nach wie vor zu wenig Frauen in Führungspositionen. Zwar sind der Alkoholhersteller Diageo, die National Westminster Bank (Natwest) und das Dienstleistungsunternehmen Severn Trent führend bei der Besetzung von Führungspositionen mit starken weiblichen Vorbildern. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass es in Großbritannien noch immer nur 16 CEOs und 50 Finanzchefs gibt, die Frauen sind. Wenn man bedenkt, dass Frauen etwa die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, ist das bei Weitem nicht genug.

Was kann also getan werden? Interessant ist, dass auf der Auftaktveranstaltung zum Hampton Alexander Review nicht nur Frauen vertreten waren. Andrew Mackenzie, ehemaliger CEO des Rohstoffkonzerns BHP Billiton, sprach sehr eloquent darüber, wie wichtig männliche Verbündete sind. Und er muss es schließlich wissen: Während seiner Amtszeit machte BHP große Fortschritte bei der Verbesserung der Geschlechtervielfalt – und das in einer Branche, die sicherlich zu den männlichsten der Welt gehört. Nur mit der Hilfe von Männern wie Andrew Mackenzie, der Einsicht des Vorstands, warum Vielfalt wichtig ist, und Mentoren für junge Frauen können weitere Fortschritte erzielt werden.

Mehr Vielfalt führt zu besseren Entscheidungen

Denn wenn ein Unternehmen nicht im größten Talent-Pool fischt, der ihm zur Verfügung steht, erweist es sich selbst einen großen Bärendienst. Darüber hinaus gibt es mehrere wissenschaftliche Untersuchungen die zeigen, dass diverse Vorstände den Status quo eines Unternehmens stärker infrage stellen und auf diese Weise bessere Entscheidungen treffen. Ich behaupte nicht, dass eine stärkere Repräsentanz von Frauen in den Vorständen alle Übel eines Unternehmens heilen wird. Aber sie erhöht die Chance, dass auf Vorstandsebene bessere Entscheidungen getroffen werden − und das wird immer im Interesse unserer Kunden sein.

Deshalb werden wir uns auch weiterhin mit Unternehmen zum Thema Vielfalt auseinandersetzen und Veränderungen in der Unternehmenskultur anregen, um Organisationen inklusiver für Menschen jeglicher Herkunft zu machen. Denn wenn unser Anliegen von vielen Stakeholdern unterstützt wird, kann es grundlegend auch etwas bewirken.

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