Erntefahrzeug auf trockenem Weizenfeld in Thüringen im Juli 2020.  | © Imago / Jacob Schröter Foto: Imago / Jacob Schröter

Mehrgefahrenversicherung

GDV fordert staatliche Zuschüsse für Landwirte

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Zum dritten Mal in Folge zeichnen sich in der Landwirtschaft hohe Ernteeinbußen wegen der anhaltenden Trockenheit in vielen Regionen ab. Solche Wetterrisiken lassen sich prinzipiell zwar über die Landwirtschaftliche Mehrgefahrenversicherung ausgleichen, doch die Prämien sind hoch und diese Policen daher kaum verbreitet, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilt.

Er fordert daher staatliche Zuschüsse für diese Versicherung. Dann seien die Versicherer auch in der Lage, auch eine erhöhte Nachfrage an diesen Policen zu bedienen, erläutert Jörg Asmussen, Mitglied der Geschäftsführung im GDV.

0,02 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen sind versichert

Bislang seien lediglich 0,02 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen in Deutschland gegen Dürre versichert. Sie zählt laut GDV zu den so genannten Kumulrisiken, die mehrere Regionen gleichzeitig treffen und somit zu hohen Schäden führen kann. „Die Prämien und Selbstbehalte für den Versicherungsschutz sind entsprechend hoch und für Landwirte preislich kaum erschwinglich“, begründet Asmussen die geringe Verbreitung dieser Policen.

Der GDV verweist auf andere EU-Länder wie Frankreich, Italien, Spanien, Polen oder die Niederlande, wo der Staat bis zu 70 Prozent der Versicherungsprämien übernimmt.  Ein deutscher landwirtschaftlicher Betrieb mit 50 Hektar Fläche müsste rund 2.000 Euro weniger pro Jahr für die Mehrgefahrenversicherung bezahlen, wenn der Staat die Hälfte der Prämie übernehmen würde, rechnet der GDV vor.

Senkung der Versicherungssteuer schafft zu wenig Anreize
Der Einspareffekt und damit der Anreiz für den Abschluss einer solche Versicherung wäre dabei deutlich größer als die Senkung der Versicherungssteuer für die Gefahr „Trockenheit“, die im Februar von 19 auf 0,03 Prozent der Versicherungssumme gesenkt wurde, heißt es vom GDV. Im Beispielfall beliefe sich die Ersparnis auf lediglich 300 Euro. Das sei zu wenig, um die Mehrgefahrenversicherung für Landwirte attraktiver zu machen.

 

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