Eingang zum Hauptsitz der am besten bewerteten GLS Bank in Bochum

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Menschenrechte und Umweltstandards

Wie fair sind Deutschlands Banken?

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„Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass die Deutsche Bank, die Commerzbank oder auch die DZ Bank in kontroverse Unternehmen investiert sind oder diese finanzieren, auch wenn sie zum Teil gegenlautende Richtlinien veröffentlicht haben“, kritisiert Sarah Guhr, Projektleiterin des Fair Finance Guide Deutschland.

Diese jetzt der Öffentlichkeit vorgestellte Datensammlung sei „das erste frei zugängliche Informationsportal zur Überprüfung der sozialen und ökologischen Richtlinien deutscher Banken“, so die Betreiber vom Berliner Verein Facing Finance.

Gesellschaftliche Verantwortung der Geldhäuser

Dessen neues Projekt ist Teil des Netzwerkes Fair Finance Guide International, der von der Hilfsorganisation Oxfam Novib gegründet wurde und von der schwedischen Entwicklungsbehörde Sida finanziert wird. Es umfasst derzeit acht Länder und vereint etwa 40 Verbraucher- und Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften und Umweltschutzgruppen.

Für Bankkundinnen und -kunden in Deutschland war es nach Angaben von Facing Finance bislang nicht möglich, sich einen unabhängigen Eindruck darüber zu verschaffen, ob deutsche Geldhäuser Menschenrechte und Umweltstandards beachten. „Doch immer mehr Menschen fordern, dass auch Banken ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen.“

So fair wirtschaften Banken in Deutschland

Insgesamt flossen 240 soziale und ökologische Kriterien in die Bewertung der zunächst nur acht Banken am deutschen Markt ein. Auf der Grundlage dieser Analyse kritisieren die Herausgeber, dass es „unzureichende Selbstverpflichtungen und gravierenden Mangel an Transparenz“ gebe.



Eine Ausnahme ist demnach die am besten bewertete GLS Bank. „Wir veröffentlichen jeden einzelnen Kredit, den Unternehmen und Projekte erhalten. Gleiches gilt für unsere Eigenanlagen. Auch das Portfolio des GLS Aktienfonds wird übersichtlich erläutert“, erklärt GLS-Vorstandssprecher Thomas Jorberg.

Auf dem letzten Platz im Fairness-Ranking liegt hingegen die katholische Pax-Bank. „Die veröffentlichten Richtlinien der Pax-Bank erweisen sich bislang als grundsätzlich nicht umfassend und konkret genug“, erklärt Mitautorin Mario Dziamski. „Unter allen untersuchten Banken zeigte sich die PAX-Bank zudem als einzige Bank nicht bereit, einen konstruktiven Dialog zu den Bewertungen aufzunehmen.“

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