Risikoarbitragestrategien erzielten zwischen 1998 und 2022 eine annualisierte Rendite von 4,4 Prozent und übertrafen den risikofreien Zinssatz damit um rund 200 Basispunkte. Die Strategien nutzen den Spread von offiziell bekanntgegebenen globalen Fusionen und Übernahmen und bieten dank ihrer weitgehenden Entkopplung von traditionellen Anlageklassen einen alternativen Anlageansatz.
Die Risikoarbitragestrategie ist für die aktuellen Marktbedingungen besonders gut geeignet, denn sie stellt eine wirksame Absicherung in einem Umfeld steigender Zinsen oder steigender Inflation dar. Die Strategie erweist sich oft als weniger volatil als Aktien, mit denen sie, genau wie mit Anleihen, nur wenig korreliert.
Übernahmearbitrage im Überblick
Die Übernahmearbitrage ist eine alternative Strategie mit dem Ziel, von Kursunterschiede zu profitieren, die nach der Ankündigung einer M&A-Transaktion (Fusionen und Übernahmen), deren Ziel ein börsennotiertes Unternehmen ist, entstehen.
Nach der Ankündigung einer Fusion oder Übernahme ist der Aktienkurs des Zielunternehmens in der Regel für einen gewissen Zeitraum niedriger als der vom Käufer gebotene Preis. Risikoarbitrageanleger versuchen, diesen Kursunterschied – auch Merger-Arbitrage-Spread oder Abschlag genannt – zu nutzen, um bei einem erfolgreichen Abschluss der Transaktion eine Rendite zu erzielen.
Für diesen Spread gibt es einen einfachen Grund: Eine angekündigte Transaktion kann nicht unmittelbar abgeschlossen werden, da zunächst zahlreiche Hürden überwunden werden müssen. So gilt es unter anderem die Zustimmung der Aktionäre und die Genehmigung der Kartellbehörden einzuholen, alle Vertragsbedingungen zu erfüllen und die Finanzierung zu sichern.
Der Risikoarbitrage-Spread – oder die erwartete Rendite der Anleger – ergibt sich aus zwei Faktoren:
- dem risikofreien Zinssatz, das heißt dem Zeitwert des Geldes zwischen der Ankündigung und dem Abschluss einer Transaktion,
- der Risikoprämie, abhängig von der Wahrscheinlichkeit des Scheiterns der Transaktion.
Vorteile und Risiken der Übernahmearbitragestrategie
Die Vorteile einer Merger-Arbitrage-Strategie sind in der Risikoprämie begründet. Zum einen, weil die Risiken jeder Transaktion spezifisch sind – der Erfolg oder das Scheitern einer Fusion oder Übernahme hängt kaum von den Marktbedingungen ab, sondern vielmehr von den Fundamentaldaten der jeweiligen Transaktion. Zum anderen, weil die Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken sehr gering ist – über 90 Prozent der offiziell angekündigten Transaktionen werden entsprechend den ursprünglich vereinbarten Bedingungen zum Abschluss gebracht.
Anleger können den Risikoarbitrage-Spread auf zwei Arten nutzen. Wird die Transaktion in bar abgewickelt, können sie einfach Aktien des Zielunternehmens kaufen. Wird die Transaktion hingegen mit Aktien des erwerbenden Unternehmens bezahlt, können sie gleichzeitig Aktien des Zielunternehmens kaufen und Aktien des erwerbenden Unternehmens gemäß den Angebotsbedingungen verkaufen.
Merger-Arbitrage bei Carmignac
Bei Carmignac wird unser Angebot an alternativen Anlagen seit Jahren ausgebaut. Zurzeit verwalten wir circa zwei Milliarden Euro in dieser Anlageklasse. Dazu haben wir dieses Jahr ein Merger-Arbitrage-Team angestellt. Fabienne Cretin-Fumeron und Stéphane Dieudonné betreuen diese neue Strategie bei Carmignac gemeinsam. Der Schritt erfolgte angesichts der steigenden Nachfrage von Anlegern nach einer Diversifikation weg von traditionellen Anlageklassen und hin zu Anlagen, die über geringere Volatilität verfügen und nicht korrelierte Renditequellen bieten.
Aus diesem Grund wurden zwei Merger-Arbitrage-Fonds aufgelegt: Carmignac Portfolio Merger Arbitrage, mit einem defensiveren Profil und einer erwarteten Volatilität von 2 bis 4 Prozent, und Carmignac Portfolio Merger Arbitrage Plus mit einem dynamischeren Profil und einer erwarteten Volatilität von 5 bis 7 Prozent. Beide Fonds zielen darauf ab, von M&A-Transaktionen in großen Industrieländern zu profitieren. Die Fonds sind gemäß Artikel 8 eingestuft und stehen professionellen und Privatanlegern in mehreren europäischen Ländern zur Verfügung.
