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Merle Hazard

Merle Hazard

Merle Hazard: Mit der Klampfe durch die Finanzkrise

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Jon Shayne kommt aus der Country-Hochburg Nashville im US-Bundesstaat Tennessee. Er verwaltet über 120 Millionen Dollar an Kundengelder und ist ein glühender Verehrer von Warren Buffett. Doch er ist auch Merle Hazard: In feinster Country-Kluft, ganz in weiß, große Gürtelschnalle und Cowboyboots, trifft der singende Moneymaker seit Ende 2007 den Ton zur Krise. „In the Hamptons" heißt die Coverversion von Elvis Presleys „In the Ghetto" – ein klever-komischer Abgesang auf die Millionärsenklave 45 Helikopterminuten östlich von Manhattan. "H-E-D-G-E"angelehnt an Tammy Wynettes Country-Scheidungsballade "D-I-V-O-R-C-E" – ist das Klagelied eines Fondsmanagers, der dank Hypothekenspekulationen pleitegeht. Auf Youtube sind seine Videos ein Renner und seine Bekanntheit machte Shayne zum Krisenkommentator für die „New York Times“, „Barron’s“ und die großen US-Fernsehsender. „Inflation or Deflation“ Der Name Merle Hazard ist eine Hommage an den Countrysänger Merle Haggard, dem Shayne ähnlich sieht, und den Begriff „moral hazard", der den Zustand umschreibt, wenn die Kosten von Investment-Risiken von anderen getragen werden – was nur zu noch höheren Risiken führt. Nun hat Hazard wieder zur Gitarre gegriffen: „Inflation or Deflation“, wiederum hübsch anzuhören, und allein die kurze Refrainzeile zeigt überspitzt das derzeitige Dilemma der Weltwirtschaft und der Zentralbanken: „Sind wir wohl Simbabwe oder doch Japan“. „Country-Songs handeln von Liebe und Verlust“, sagt Shayne. „Auch an der Wall Street geht es ja um Liebe – Liebe zum Geld und Verlust desselben.“ Shayne schrieb früher Texte für den „Harvard Lampoon", das studentische Satiremagazin der Harvard University, an der er Philosophie studierte. Aktiv war Shayne auch als Keyboarder einer wilden Garagen-Band namens „The Young Nashvillians".

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