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Vermögensverwalter rät Methan als Investment-Chance begreifen

Milchkühe in einem Offenstall
Milchkühe in einem Offenstall: Die größte Methanquelle ist die Landwirtschaft. | Foto: imago images / Martin Wagner
Oliver Fischer, Foto: Arete Ethik Invest

Auf 100-Jahres-Basis hat Methan ein 28- bis 36-mal höheres Erderwärmungspotenzial als Kohlendioxid (CO₂). Das heißt, ein Molekül Methan hat in der Atmosphäre die gleiche Wirkung wie etwa 30 Moleküle CO₂. Der Unterschied besteht darin, dass die Wirkung von Methan schneller nachlässt, nämlich innerhalb weniger Jahrzehnte. Wenn die Emissionen heute gestoppt würden, könnte sich fast das gesamte Methan in der Atmosphäre innerhalb eines Lebens abbauen. Vor diesem Hintergrund kann es schon verwundern, dass sich die Klimadebatte fast vollständig um CO2 dreht und die Methan-Emissionen weitgehend außen vorlässt.

Bei der bei Weitem größten Methanquelle handelt es sich um den Agrarsektor. Mit der wachsenden Bevölkerung steigt die Nachfrage nach Lebensmitteln und damit auch der Ausstoß von Treibhausgasen. Dazu kommt, dass in den Schwellenländern immer mehr Menschen in die Mittelschicht aufsteigen. Damit nimmt die Nachfrage nach Eiweiß zu, leider auch nach tierischem. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Rindfleisch und Milchprodukten in den nächsten 30 Jahren um 70 Prozent steigen wird. Dadurch wird der Bedarf an Futtermitteln enorm zunehmen.

Das von Kühen natürlich produzierte Methan ist die Hauptquelle der Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft, gefolgt von den indirekten und direkten Emissionen der Futtermittelproduktion sowie den Methan- und Lachgasemissionen aus der Gülle. Die Bakterien, die zum Abbau der Gräser verwendet werden, die die Kühe fressen, führen zu einer beträchtlichen Methan-Produktion, die die Tiere größtenteils durch die Nasen und Münder wieder abgegeben.

Es gibt aber schon heute spezielle Futtermittelzusätze, die dazu beitragen, weniger Methan zu produzieren. Die Firma DSM N.V. aus den Niederlanden stellt beispielsweise ein innovatives Portfolio an Futtermittelzusatzstoffen her, das unter anderem Enzyme beinhaltet, welche die Methanemissionen von Kühen erheblich reduzieren. Andere Lösungen tragen dazu bei, mehr Nährstoffe aus weniger Futtermitteln zu gewinnen.

Pflanzliches Eiweiß als Alternative

Künstliches oder alternatives Protein-Fleisch, wie das von Beyond Meat, und ähnliche Produkte, sind eine weitere Lösung für das Problem. Allerdings kommen diese bislang nur auf einen Anteil am gesamten „Fleischmarkt“ von circa einem Prozent. Dafür sind die Wachstumsraten enorm.

Hinzu kommt natürlich noch die Nachfrage der wachsenden Weltbevölkerung nach Kohlenhydraten. Vor allem in Asien konsumieren die Menschen große Mengen von Reis. Dessen Anbau erfolgt weltweit zu mehr als zwei Dritteln durch Überflutung von Feldern, die alle zusammengefasst dreimal so groß sind wie Deutschland. Die Mikroben in den wassergesättigten Böden produzieren ebenfalls große Mengen von Methan. Eine Studie der Klimaforscherin Lena Höglund-Isaksson kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Methanemissionen durch eine Verbesserung des Wassermanagements im Produktionsprozess um die Hälfte reduzieren ließen.