Keine günstige Nahrung mehr für Kursgewinne: Im europäischen Nahrungsmittel- und Getränkesektor halten sich die Bewertungen auf historischen Höchstständen, findet das Team von Metropole Gestion (Foto: Getty Images)

Keine günstige Nahrung mehr für Kursgewinne: Im europäischen Nahrungsmittel- und Getränkesektor halten sich die Bewertungen auf historischen Höchstständen, findet das Team von Metropole Gestion (Foto: Getty Images)

Metropole-Analyse

Rückgang der Anleiherenditen begünstigt Sektorenrotation

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Die positive Performance der europäischen Aktienmärkte in den vergangenen Monaten täusche darüber hinweg, dass zwischen den einzelnen Sektoren erhebliche Unterschiede zu beobachten waren. Das ist das Ergebnis der aktuellen Analyse der europäischen Aktienmärkte durch die französische Fondsgesellschaft Metropole Gestion, die für das Management des europäischen All-Cap-Fonds Metropole Selection (WKN: A0NDAK | ISIN: FR0007078811) verantwortlich zeichnet.

Die Sektoren mit der deutlichsten Outperformance hätten gemeinsam, dass es sich entweder um „anleiheähnliche“ Titel gehandelt habe oder um Aktien, deren Momentum im ersten Quartal negativ gewesen sei. Dies seien beispielsweise Versorger, Immobiliengesellschaften, Gesundheitstitel, Ölunternehmen sowie Nahrungs- und Getränkehersteller, heißt es in der Studie.

Am schlechtesten hätten Zykliker abgeschnitten, sowie Aktien, deren Kursdynamik im ersten Quartal noch positiv war. Beispiele dafür seien Banken, Industrietitel oder auch Telekommunikationsbetreiber. Derweil hätten die europäischen Anleihenmärkte eine deutlich bessere Wertentwicklung als der MSCI Europe vorzuweisen, wobei die Renditen für europäische Staatsanleihen auf ein Rekordtief gefallen sind.

„Das Tief der Renditen hat entscheidende Auswirkungen auf einige Sektoren“, erläutert Markus Hampel, Deutschlandchef und Partner bei Metropole Gerstion. „Der ununterbrochene Höhenflug der Versorger seit Jahresbeginn lässt sich beispielsweise nur durch den Rückgang der Anleiherenditen erklären, nicht jedoch aufgrund der Fundamentaldaten.“ Diese seien weiterhin extrem negativ.

Dennoch befänden sich die Bewertungen mittlerweile auf historischen Höchstständen. Wegen Überkapazitäten bei der Produktion durch die Überinvestition in konventionelle Energien bei einem gleichzeitigen Ausbau der erneuerbaren Energien, einer schwachen Nachfrage infolge der gestiegenen Energieeffizienz, sowie künftig steigende Kosten aufgrund des geplanten Atomausstiegs in Deutschland und Frankreich, sei auf absehbare Zeit kaum mit einer Verbesserung des EBITDA zu rechnen.

Dabei würden die freien Cashflows schon heute gerade einmal die ausgezahlten Dividenden decken, heißt es in der Marktanalyse der französischen Value-Experten weiter.

Auch im Nahrungsmittel- und Getränkesektor würden sich die Bewertungen auf historischen Höchstständen halten. Die hohe Risikoaversion der Jahre 2011 bis 2013 stütze hier nach wie vor die Bewertungen. Die jüngste Outperformance sei dabei in erster Linie auf die negative Preisdynamik des Sektors im ersten Quartal 2014 zurückzuführen.

Indes notierten die Einkaufsmanagerindizes in der Eurozone im Bereich von 50 bis 55 Punkten und deuteten auf eine Verbesserung des Wettbewerbsumfelds in der Region hin. Auch die in Q1 veröffentlichten Unternehmensergebnisse belegten die positiven Impulse in zahlreichen Märkten. Dies gelte besonders für Zykliker wie etwa italienische Banken und Industriewerten.

„Die in den zurückliegenden  Monaten zu verzeichnende erhebliche Underperformance der Zykliker gegenüber Titeln, die mit den Anleiherenditen korrelieren, ist nur durch den zunehmenden Rückgang der Anleiherenditen in dem genannten Zeitraum zu erklären“, betont Hampel. Im Hinblick auf die Fundamentaldaten und vor allem die Bewertungen wären diese Performance-Unterschiede aber nicht gerechtfertigt.

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