US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden auf einer Wahlkampfrede in Los Angeles. Foto: Imago / ZUMA Wire

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Trump oder Biden: Schicksalswahl für Deutschland

Die beiden Bewerber um das Amt des US-Präsidenten stehen für eine völlig entgegengesetzte Handelspolitik. Und für den Welthandel gibt es im Kern nur zwei Gleichgewichte: Ein kooperatives und ein protektionistisches. Die Dynamik der Welthandelspolitik lässt sich nämlich auf das aus der Spieltheorie bekannte „Gefangenendilemma“ gut übertragen.

Wiederwahl Trumps könnte auf protektionistisches Gleichgewicht hinauslaufen
Kooperieren die USA und der Rest der Welt miteinander und bauen ein regelbasiertes Handelssystem auf, bekommen in der obigen schematischen Darstellung beide Akteure jeweils einen Pay-off von 2. Glauben die USA jedoch, dass sie einseitig Handelsbeschränkungen verhängen können, ohne dass der Rest der Welt mit nennenswerten Gegenmaßnahmen reagiert, steigt der Pay-off für die USA auf 3 und fällt für den Rest der Welt auf null. Der Rest der Welt hat jedoch einen großen Anreiz, auch protektionistisch zu agieren, da in diesem Fall sein Pay-off wieder auf 1 steigt.

Diese Dynamik sorgt somit dafür, dass die Welt letztlich in einem protektionistischen Gleichgewicht landet. Donald Trump dürfte nach seiner Wiederwahl den Handelskonflikt mit China, Kanada, Japan, Europa und anderen Ländern wieder verschärfen und damit eine Eigendynamik in Richtung eines protektionistischen Gleichgewichts auslösen.

Joe Biden dürfte dagegen den handelspolitischen Schulterschluss mit den Verbündeten der USA suchen und auf eine konstruktive Reform der Welthandelsorganisation hinarbeiten. Damit bestünden gute Chancen für den Erhalt des kooperativen Gleichgewichts – auch mit einem voraussichtlich anhaltend schwelenden Handelskonflikt mit China. 

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