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Stefan Meyer, Portfoliomanager im Team Equities bei Metzler Asset Management und verantwortlich für Investmentstrategien mit Nebenwerten   | © Metzler AM

Metzler-Fondsmanager Stefan Meyer über Nebenwerte

„Entscheidende Vorteile gegenüber Großkonzernen“

Wie werden Micro Caps und Small Caps verglichen mit größeren Aktiengesellschaften 2019 abschneiden?

Stefan Meyer: In der Regel ist es so, dass das Nebenwertesegment überdurchschnittlich von einem Wirtschaftsaufschwung profitiert. In rezessiven Phasen oder auch in Perioden von hohen Marktunsicherheiten schneiden kleine Werte zum Teil schlechter als große ab. Bei Metzler Asset Management gehen wir für 2019 von einer solide wachsenden Weltwirtschaft aus und Kurschancen an Europas Aktienbörsen. Die Herausforderung für Unternehmen im aktuellen Marktumfeld besteht vor allem darin, stetiges und profitables Wachstum zu erreichen. Dabei haben kleine Unternehmen grundsätzlich entscheidende Vorteile gegenüber globalen Konzernen. Für 2019 erwarten wir ein beständig höheres Wachstum kleiner und mittelgroßer Unternehmen. Nebenwerte  bieten im Durchschnitt generell ein größeres Wachstumspotenzial als Large Caps. 

Worauf führen Sie die besonderen Eigenschaften von Nebenwerten zurück?

Meyer: Die Fokussierung vieler kleinerer Unternehmen auf attraktive Marktnischen ermöglicht ihnen grundsätzlich diese strukturell höhere Wachstums- und Ertragsdynamik. In der Regel sind solche Firmen auch konsequenter und besser geführt, da das Management längerfristig engagiert und fokussierter ist, als bei vielen Large Caps. Dadurch können sich kleinere Unternehmen oftmals schneller an aktuelle Marktgegebenheiten anpassen.

Dass weniger Analysten die Titel betrachten, kommt noch hinzu?

Meyer: Ja, die Asset-Klasse Nebenwerte bietet eine sehr hohe Zahl an Titeln für potenzielle Investments bei gleichzeitiger Ineffizienz, da deutlich weniger Marktteilnehmer dieses Segment beobachten und analysieren als beispielsweise Large Caps. Anders gesagt nimmt die Zahl von Analysten pro Unternehmen proportional zur Marktkapitalisierung (Börsenwert) deutlich ab. Dies schafft natürlich Opportunitäten für erfahrene Investoren mit gutem eigenem Research. Das Nebenwerte-Segment ist eines, in dem sich aktives Stock-Picking tatsächlich lohnt.

Anleger sehen Nebenwerte verglichen mit Large Caps oft als risikoreichere Anlageklasse an, oder?

Meyer:  In sehr negativen Marktphasen werden Werte von kleineren Firmen in der Tat stärker abgestraft, als Large Caps. Diese Phasen sind aber immer nur temporär und bieten dem langfristig orientierten Anleger gute Einstiegsgelegenheiten. Kleine Firmen haben kein grundsätzlich höheres operatives Risiko als Large Caps. Die relativ geringe Handelsliquidität der Nebenwerte ist allerdings ein Risiko der Vermögensklasse. Wenn in großen Marktkrisen Liquidität entzogen wird, kann es zu strukturellen Problemen im Nebenwertesegment kommen. Das kann temporär zu einer höheren Volatilität bis hin zu Illiquidität führen. Erfolgreiche Nebenwerte werden jedoch über den Zeitverlauf durch die erhöhte Aufmerksamkeit der Anleger und aufgrund der Kurssteigerungen immer liquider. Insgesamt führt eine gute Portfoliokonstruktion zu einer Risikominderung.

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