Metzler

Warum Chinas Aktiencrash kein großes Problem ist

//

Die Kursturbulenzen an den chinesischen Börsen seit Mitte Juni werden keine größeren Probleme nach sich ziehen. Zu diesem Ergebnis  kommen Analysten vom Bankhaus Metzler. In ihrem Kapitalmarktausblick heißt es, der negative Vermögenseffekt des Aktiencrashs werde sich in Grenzen halten, da die chinesischen Haushalte eine geschätzte Aktienquote von nur 6 bis 7 Prozent hätten. Bankeinlagen mit 55 Prozent und Bargeld mit 17 Prozent hätten einen wesentlich größeren Anteil am Finanzvermögen. Auch die Auswirkungen auf chinesische Unternehmen hielten sich in Grenzen. Der Aktienmarkt werde kaum zur eigenen Finanzierung der Firmen genutzt, schreiben die Analysten. Zudem werde die einsetzende Konjunkturerholung in China den wirtschaftlichen Schaden des Aktiencrash begrenzen. Wohnimmobilienmarkt deutet auf Aufschwung Anzeichen für den Aufschwung sehen die Analysten auf dem Wohnimmobilienmarkt im Land. Der Markt sei in nahezu allen Volkswirtschaften frühzyklisch und reagiere sehr sensibel auf Veränderungen des monetären Umfelds. Im Oktober fielen noch die Preise in China. Im Mai gab es die ersten Anzeichen für eine Erholung. In 21 der 70 größten Städte zogen die Preise für Wohnimmobilien wieder an und signalisierten damit  verbesserte Konjunkturperspektiven für die kommenden Monate. Hintergrund zum Aktiensturz
Nach dem spekulativen und vielfach kreditfinanzierten Aktienboom der vergangenen Monate haben die Indizes in Shenzhen und Shanghai seit Mitte Juni rund ein Drittel ihres Wertes verloren. Fast die Hälfte der chinesischen Aktien wurden vom Handel ausgesetzt. Die Rally wurde vor allem von chinesischen Privatanlegern getrieben, die nach stark gestiegenen Immobilienpreisen den Aktienmarkt für ihre Geldanlage entdeckt, in Scharen neue Wertpapierdepots eröffnet und sich massiv mit Aktien eingedeckt haben. Zwar öffnet China auch den A-Aktienmarkt mehr und mehr für ausländische Investoren, doch an Chinas Börsen gelistete Aktien befinden sich immer noch zu 90 Prozent in den Händen privater Sparer.

Diesen wird eine gewisse Zockermentalität nachgesagt. Aktien sind für die meisten keine langfristige Geldanlage. Schnell und viel kaufen und ebenso schnell wieder raus, um Gewinne einzustreichen.