M&G-Deutschlandchef im Interview „Robo-Advice wird größtenteils ein Randgeschäft bleiben“

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Auf welchen Vertriebskanal legen Sie in den kommenden Monaten einen besonders starken Fokus und warum?

Kolitsch: M&G hat schon immer eine starke Position im Retail-Bereich – diese möchten wir weiter verteidigen und ausbauen. Wir wollen darüber hinaus vor allem im Bankenbereich wachsen und unseren Wholesale–Vertrieb ausbauen. Aber auch die Zusammenarbeit mit institutionellen Kunden beginnt für uns interessant zu werden.

Welchen Rat würden Sie einem IFA mit Schwerpunkt Investmentgeschäft geben, der nach Wegen sucht, seinen Beratungs- und Vertriebserfolg zu steigern?

Kolitsch: Ich bin nicht der Erste, der das sagt, aber trotzdem: Weiterbildung ist das A und O. Wer fundiert und kundenorientiert beraten kann, ist im Vorteil – auch bei der jüngeren Generation, in der oft der nächste Karriereschritt Priorität hat vor Vermögensaufbau und Altersvorsorge.

Welchem Ihrer Vertriebskanäle – Banken oder IFAs – trauen Sie eher zu, das Potenzial von Robo-Advisors für sich zu nutzen?

Kolitsch: Im unabhägigen Beratungsgeschäft könnte Robo-Advice schon ein größeres Thema werden. Für Kunden mit kleineren Portfolios werden Advisor auch in Zukunft technische Hilfe in der Selektion und Zusammstellung der Portfolios benötigen. Derzeit funktioniert Robo-Advice ja vor allem mit passiven Produkten, aber man wird in Zukunft wahrscheinlich mehr Robo-Advisor finden, die mit aktiven Konzepten arbeiten.

Einige Marktteilnehmer bezeichnen Robo-Advisor als den Fonds-Vertriebsweg der Zukunft, als digitale Antwort auf die vertrieblichen Herausforderungen in der Fondsbranche, die 95 Prozent der Bevölkerung den Weg zur privaten Vermögensbildung öffnen wird. Würden Sie sich dieser These anschließen?

Kolitsch: Ich glaube, es wird größtenteils ein Randgeschäft bleiben, zumindest vorerst.

Wie beurteilen Sie die bisherigen Anlageergebnisse von deutschen Robo-Advisors?

Kolitsch: Vor allem das Thema Performance spielt hier eine nicht unwichtige Rolle – Robo Advice muss sich erst einmal beweisen, und es muss sich zeigen, welcher der Anbieter das Leistungsversprechen erfüllen kann. Robo Advice hat noch keine echten Erfolge vorzuzeigen.