Überflieger: Mit seiner Strategie, Marktschwankungen bewusst auszunutzen, hängt der M&G Dynamic Allocation Fund die Konkurrenz ab. Foto: Getty Images

Überflieger: Mit seiner Strategie, Marktschwankungen bewusst auszunutzen, hängt der M&G Dynamic Allocation Fund die Konkurrenz ab. Foto: Getty Images

M&G Dynamic Allocation

„Volatilität ist nicht gleich Risiko“

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Marktschwankungen nicht nur abfedern, sondern gezielt nutzen – das ist eines der wichtigsten Ziele von Juan Nevado und Tony Finding. Für den M&G Dynamic Allocation Fund suchen die Fondsmanager der britischen Fondsgesellschaft M&G gezielt nach Verzerrungen der Marktpreise. Anders als viele andere Manager begreifen sie volatile Marktphasen zuallererst als Chance, in Märkte, Branchen und Assetklassen mit Potenzial zu investieren und so eine Zusatzrendite zu erzielen.

„Die jüngere Vergangenheit war charakterisiert von solch signifikanter Volatilität über alle Assetklassen hinweg“, sagt Nevado. Entscheidend für den Fondsmanager ist dabei der Blick auf die Ursachen für die erhöhte Schwankungsintensität an den Märkten: „Es wirkt, als sei es schon lange her, dabei sind es gerade einmal ein paar Monate, seit Griechenland die Schlagzeilen beherrschte. Seit Juli hat sich die Aufmerksamkeit des Markts dann immer neuen Themen zugewandt, die teilweise fast im Tagesrhythmus wechselten.“

So führen etwa abwechselnd Unsicherheit über die Folgen der Abwertung der chinesischen Währung oder Annahmen über das Ausmaß und die Auswirkungen einer Zinserhöhung in den USA zu erheblichen Kursausschlägen. Hinzu kommen Sorgen über die geopolitische Entwicklung. „Man könnte zur Ansicht gelangen, dass seit dem Sommer viel passiert ist“, so Nevado mit Blick auf die stark schwankenden Märkte, „dabei hat sich an den zugrunde liegenden globalen wirtschaftlichen Fundamentaldaten kaum etwas geändert.“

Diese Fundamentaldaten bilden die Basis für die Investmententscheidungen von Nevado und seinen Kollegen aus dem Multi-Asset-Team von M&G: Anhand einer Vielzahl von Kennzahlen erfolgt zunächst eine strategische Bewertung von Assetpreisen. Ergebnis ist ein neutraler Wert, zu dem ein Markt oder ein einzelnes Wertpapier unter Berücksichtigung aller bekannten Faktoren gehandelt werden sollte. Diesen auch als „Fair Value“ bezeichneten Wert vergleicht das Team dann mit dem aktuellen Kurs an der Börse. „Früher oder später“, erklärt Nevado, „wird sich ein Wertpapier in Richtung dieses Gleichgewichtspreises bewegen – allerdings lässt sich nicht vorhersagen, wann und auf welchem Weg dies eintreten wird.“

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Mit Long-short-Strategie

Abweichungen wie etwa die durch die diversen Unsicherheiten ausgelösten Kursverluste an den Aktienmärkten nutzen die Dynamic-Allocation-Manager dabei auch sehr kurzfristig und flexibel. Dabei kommt ihnen zugute, dass sie vielfach auf hoch liquide und kostengünstige Instrumente wie ETFs und Futures zurückgreifen können. Sie ermöglichen es zudem, auch auf fallende Kurse zu setzen und so von Marktverzerrungen nach oben zu profitieren.

Darüber hinaus erlauben Short-Positionen Nevado und seinen Kollegen, eine aufgrund der Fundamentaldaten zu erwartende Outperformance eines bestimmten Marktsegments gegenüber dem Gesamtmarkt zu isolieren und die erwarteten Erträge von der Gesamtrichtung des Markts unabhängig zu machen – eine elegante, aber von wenigen anderen Multi-Asset-Fonds umgesetzte Strategie, um Ertragschancen zu nutzen, ohne das Risiko zu erhöhen.

Bei all dieser Flexibilität dominieren indes stets klassische Long-Positionen das Portfolio. Dabei können Aktien bis zu 60 Prozent des Portfolios ausmachen; hinzu kommen Staatsanleihen, Unternehmens- sowie in geringem Ausmaß Wandelanleihen. Neben der Über- oder Unterbewertung dieser Assetklassen bestimmen vor allem das jeweilige Risiko und die Korrelation der Assetklassen zueinander die konkrete Positionierung. Wichtig ist dem Team dabei, Risiko nicht als historische Volatilität zu definieren. So kann gerade eine in jüngerer Vergangenheit geringe Schwankungsintensität darauf hindeuten, dass eine Anlageklasse zuletzt sehr gefragt war, so wie es sich an den Aktienmärkten der Industrieländer bis ins Frühjahr gezeigt hat.

Dass sich nämlich aufgrund steigender Kurse auch bei niedriger Volatilität die Risiken deutlich erhöhen, haben die darauffolgenden Monate eindrucksvoll bewiesen. Nevado ist daher überzeugt: „Volatilität ist nur dann gefährlich, wenn ein Anleger zu einem klar definierten Zeitpunkt aus seinem Investment wieder aussteigen muss. Für alle, die mit langfristigem Horizont anlegen, empfiehlt sich ein nüchterner Blick auf volatile Märkte. Schließlich bieten gerade diese immer wieder sehr attraktive Einstiegskurse – ohne gesteigertes Risiko.“ Die seit Auflage 2009 konstant guten Ergebnisse des M&G Dynamic Allocation zeigen, dass das Konzept aufgeht.

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