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M&G-Manager Willcocks „Die Verwaltungsgebühr ist bereits eine Performance-Gebühr“

Erfolgsabhängige Gebühren, sogenannte Performance-Fees, erheben Fondsgesellschaften, wenn ihre Experten ein geschicktes Händchen bei der Portfolio-Bestückung bewiesen haben und positive Ergebnisse erzielen. Die Zusatzvergütung für Fondsmanager soll sicherstellen, dass diese ganz im Sinne ihrer Anleger handeln: Wenn es gut läuft, haben beide Seiten etwas davon.

Völlig überflüssig, Performance-Gebühren seien quasi schon in den Fonds-Verwaltungsgebühren enthalten, sagt dagegen Jonathan Willcocks, Managing Director und Chef des globalen Privatkundengeschäfts beim M&G. Denn: Wenn ein Fonds gut laufe, so der M&G-Mann, profitiere er von vermehrten Zuflüssen. Damit stehen ihm dann auch mehr Mittel aus Verwaltungsgebühren zur Verfügung.

Bei institutionellen Investoren, räumt Willcocks allerdings ein, ließe sich eine solche Gebühr leichter rechtfertigen. Immerhin handelten sie im fremden Auftrag, mit genauer Vorstellung von Anlageziel und der Dauer des Investments. Privatanleger dagegen kommen und gehen nach Belieben. Eine einheitliche Gebühr bei gutem Anlageerfolg zu erheben, sei daher unangemessen. Über Willcocks' Kritik am eigenen Stand berichtet die Börsen-Zeitung.

Mit seinem Statement teilt der Branchenvertreter gegen die eigene Peergroup aus: Immerhin verteidigt das Gros der Fondsbranche die Performance-Gebühren als Anreiz für ihre Fondsmanager, überdurchschnittliche Leistungen zu erbringen. Nicht so M&G: Die britische Fondsgesellschaft verzichtet auf eine erfolgsabhängige Gebühr – jedenfalls in ihrem Geschäft mit Privatanlegern.
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