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Setzt einen klaren Schwerpunkt bei Unternehmensanleihen: Richard Woolnough, Manager des M&G Optimal Income. | © Alex Habermehl

M&G-Star-Manager Richard Woolnough im Gespräch

„Was 2017 Mexiko war, könnte irgendwann die Türkei sein“

DAS INVESTMENT: M&G hat vor wenigen Monaten den Transfer aller deutschen Kundengelder im Optimal Income Fund von Großbritannien nach Luxemburg abgeschlossen. Gibt es von Ihrer Seite aus zum leidigen Thema Brexit noch irgendetwas zu sagen?

Richard Woolnough: Im Prinzip nur eines. Wir haben unsere Hausaufgaben erledigt und warten nun in aller Ruhe ab, was passiert. Egal, ob Hard Brexit, Soft Brexit oder No Brexit: Sollte es im Zuge des EU-Ausstiegs Großbritanniens an den Rentenmärkten und auf der Währungsseite zu Verzerrungen kommen, so werden wir diese zu nutzen wissen.

Eine Prognose, worauf es hinausläuft, wagen Sie nicht?

Woolnough: Nein. Dafür habe ich meine Erwartungen in dieser Frage schon zu häufig korrigieren müssen. Es spielt auch nicht wirklich eine Rolle: Im Fonds findet sich keine Position, mit der ich auf den einen oder anderen Ausgang spekuliere.

Nach einem schwachen Jahr 2018 sind Sie gut ins laufende Jahr gestartet. Gab es Veränderungen am Portfolio?

Woolnough: Kaum. Wir hatten 2018 eine klare Meinung die Konjunktur betreffend. Die lautete, dass es keine Rezession geben wird. Entsprechend offensiv war unser Portfolio ausgerichtet, mit einem klaren Schwerpunkt auf Unternehmensanleihen. Viele Marktteilnehmer haben das zunächst anders gesehen und stärker auf Sicherheit gesetzt. Mittlerweile hat sich das Stimmungsbild gedreht. Unsere Positionen konnten deshalb Boden gutmachen. Die einzige Veränderung ist, dass wir mittlerweile bei einigen besonders gut gelaufenen Papieren Gewinne mitgenommen haben.

Welche Titel bleiben weiter aussichtsreich?

Woolnough: Wir sind nach wie vor in US-Unternehmensanleihen guter Bonität übergewichtet, beispielsweise von Verizon und AT & T. In diesem Segment haben wir bereits in der Vergangenheit das beste Chance-Risiko-Verhältnis gefunden, und es bietet uns eine breite Auswahl. Hinzu kommt, dass einige US-Unternehmen jüngst Rückkäufe ihrer eigenen Anleihen angekündigt haben. Das reduziert das Angebot, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Preise. Hochzinsanleihen sind im Vergleich dazu noch immer relativ teuer und deshalb schon seit längerem deutlich untergewichtet.

Ihre Aktienquote ist mit rund 4 Prozent relativ konstant. Hätte es sich nicht angeboten, den Anteil Ende vergangenen Jahres etwas zu erhöhen?

Woolnough: Die neutrale Gewichtung dieser Anlageklasse im Optimal Income liegt bei null Prozent. Eine Aktie kaufe ich grundsätzlich nur, wenn diese gegenüber der Anleihe des gleichen Unternehmens einen klaren Preisvorteil aufweist. Das war Ende 2018 nicht unbedingt der Fall. Wir haben zwar im Dezember Cash-Reserven aufgelöst und uns von einigen Anleihe-Positionen getrennt, die sich aufgrund ihrer hohen Bonität oder kurzen Restlaufzeiten vergleichsweise stabil gehalten haben. Dieses Geld ist aber nicht in Aktien geflossen, sondern in länger laufende Unternehmensanleihen nicht ganz so hoher Bonität, beispielsweise von US-Brauereien.

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