M&G-Vertriebschef Kommt das Provisionsverbot, müssen Anleger mehr zahlen

Die Londoner City: Großbritannien führte 2013 Provisionsverbot ein. Welche Auswirkungen das auf den Fondsvertrieb hat, erklärt M&G-Vertriebschef Jonathan Willcocks. Foto: Getty Images

Die Londoner City: Großbritannien führte 2013 Provisionsverbot ein. Welche Auswirkungen das auf den Fondsvertrieb hat, erklärt M&G-Vertriebschef Jonathan Willcocks. Foto: Getty Images

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Das Anfang 2013 eingeführte Provisionsverbot in Großbritannien hat nicht zu einem schleppenden Fondsverkauf geführt. Das berichtet Jonathan Willcocks, Leiter Fondsvertrieb an Privatkunden bei der britischen Investmentgesellschaft M&G im Gespräch mit der Börsen-Zeitung. So habe die Branche im vergangenen Jahr im Privatkundengeschäft 21,4 Milliarden britische Pfund - umgerechnet 30,5 Milliarden Euro - eingesammelt. Das sei der höchste Wert seit 2010.

Willcocks bestätigt zwar Berichte anderer Vertriebsexperten, dass sich die Beratung für Kunden mit einem geringen Vermögen nicht mehr lohnen würde. Doch auf das Fondsgeschäft wirkt sich das laut dem M&G-Vertriebschef nur verzögert aus. So bedienten unabhängige Berater zunächst weiter ihren Kundenstamm und gäben erst nach und nach das Geschäft mit weniger vermögenden Sparern auf.

Beratung für Kunden mit weniger als 150.000 Pfund Vermögen unrentabel

Doch bis eine Beratungslücke entsteht, die vor allem Menschen mit einem Vermögen unter 150.000 Pfund trifft, ist nur noch eine Frage der Zeit. Das gibt Willcocks zu. Und auch die Kosten für die übrigen Anleger, die sich eine Beratung leisten können, seien gestiegen.