Michael Burry löst seinen Hedgefonds Scion Asset Management auf. Die US-Börsenaufsicht SEC hat den Registrierungsstatus des Fonds seit dem 10. November als beendet markiert. Der 54-Jährige informierte seine Anleger Medienberichten zufolge bereits Ende Oktober über diesen Schritt.

„Meine Bewertung dessen, was Wertpapiere wirklich wert sind, steht schon seit geraumer Zeit nicht mehr im Einklang mit dem, wie die Märkte sie bewerten“, schrieb Burry in einem Brief an seine Investoren, der nun veröffentlicht wurde. Auf X kündigte er am Mittwoch an: „Auf zu viel besseren Dingen am 25. November.“

Kritische Positionierung gegenüber KI-Aktien

In den vergangenen Wochen verstärkte Burry seine Kritik an Tech-Schwergewichten wie Nvidia und Palantir. Er investierte Put-Optionen in Millionenhöhe gegen die beiden KI-Riesen. Die Investition machte dabei fast 80 Prozent seines Portfolios aus.

Burry argumentiert, dass Unternehmen wie Microsoft, Google, Oracle und Meta ihre Abschreibungen der umfangreichen Investitionen in Nvidia-Hardware verlängern, um ihre aktuellen Gewinne künstlich zu erhöhen – eine Praxis, die seiner Ansicht nach ab 2026 zum Problem werden könnte.

Vom registrierten Fonds zum Family Office?

Scion verwaltete zuletzt ein Vermögen von 155 Millionen Dollar – knapp über der 100-Millionen-Grenze, ab der Fondsmanager sich bei der SEC registrieren müssen. Durch die Abmeldung entfällt für Burry die Pflicht, seine Trades vierteljährlich offenzulegen. Beobachter vermuten, dass er möglicherweise zu einem Family-Office-Modell wechseln und sein eigenes Kapital verwalten könnte.

Die Legende vom „Big Short“

Burry erlangte Weltruhm durch seine erfolgreiche Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor dessen Zusammenbruch 2008. Michael Lewis verewigte seine Geschichte im Buch „The Big Short“, das Hollywood mit Christian Bale in der Hauptrolle verfilmte.