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Michael Hasenstab

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Michael Hasenstab zur Euro-Krise: „Kein Weltuntergang“

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Die Weltuntergangsstimmung, die angesichts der Euro-Krisen an den Finanzmärkten herrscht, kann Michael Hasenstab, Rentenexperte von Franklin Templeton nicht nachvollziehen. „Griechenland liegt zwar finanziell am Boden“, räumt er ein. Langfristig hält er einen Ausstieg der Hellenen aus der Währungsunion für den besseren Weg, „wenn die Alternative in der unbegrenzten Bezuschussung Griechenlands durch den Rest der EU besteht“. Doch das europäische Finanzsystem sei gut auf einen „Grexit“ vorbereitet.

In Italien und Spanien hingegen erkennt Hasenstab Anzeichen für allmähliche Fortschritte. Das stimme ihn zuversichtlich in Bezug auf Europas Zukunft.

Schwellenländer profitieren von der lockeren Geldpolitik der USA

Die lockere Geldpolitik vieler Zentralbanken – insbesondere der US-amerikanischen Zentralbank Fed – werde der weltweiten Wirtschaft zugutekommen, so Hasenstab weiter. Denn ein Teil des frisch gedruckten Geldes rekapitalisiere das kranke Finanzsystem im eigenen Land, doch ein Teil fließe auch auf andere Märkte. Hasenstab glaubt, dass solche Geldströme Schutz vor einer potenziellen Kreditklemme in den Schwellenländern bieten können.

Der von den USA ausgelöste „geldpolitische Tsunami“ könnte aber in anderen Ländern auch Inflation herbeiführen, wenn die vielen Dollars das System überfluten und die Rohstoffpreise in die Höhe treiben.

Auch an eine harte Landung Chinas, dessen Wirtschaftswachstum von 10,5 beziehungsweise 9,2 Prozent in den Vorjahren laut Prognosen auf 7 bis 8 Prozent sinken wird, glaubt Hasenstab nicht. Er rechnet vielmehr damit, dass sich das Land sich „von höherem, möglicherweise als minderwertig zu betrachtendem Wachstum auf niedrigeres, jedoch qualitativ höherwertiges Wachstum“ umstellt. Dies setzte jedoch die Weiterentwicklung der Wirtschaft und eine Liberalisierung in den Bereichen Grundstückpreise, Umweltkosten und Zinsen voraus.

Arbeitskräftemangel in China

Außerdem schlägt sich laut Hasenstab die Ein-Kind-Politik nach und nach in der Bevölkerungsentwicklung nieder. In naher Zukunft werde das zu einem Arbeitskräftemangel – und dementsprechend zu steigenden Löhnen – führen, so der Rentenexperte. Das würde einerseits den Binnenkonsum im Land steigern, andererseits aber zu höheren Preisen für chinesische Waren führen.

„Einer der ausschlaggebenden Faktoren für Abwärtsdruck auf die Preise war China“, so der Franklin-Templeton-Manager. Die Volksrepublik habe jahrzehntelang Deflation exportiert. Heute stehe das Land an der Schwelle zum Inflationsexport.

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