Miese Stimmung im Versicherungsvertrieb

Die Stimmung im Versicherungsvertrieb hat sich im ersten Halbjahr 2008 deutlich verschlechtert. Von 447 befragten Fach- und Führungskräften im Innen- und Außendienst der Assekuranzen legte der Anteil derer, die pessimistisch in die nächsten Monate sehen von 43 auf 56 Prozent zu.

Der Anteil der Optimisten sank um 16 Prozentpunkte auf 23 Prozent. Das hat eine Studie des Deutschen Ring in Zusammenarbeit mit dem Institut für Versicherungswirtschaft der Universität St. Gallen und dem Versicherungsmagazin ergeben.

Besonders die private Krankenversicherung macht dem Vertrieb Sorgen. Grund hierfür ist die Gesundheitsreform, die etwa durch die Einführung des Basistarifs ab 2009 und der Erschwerung des Wechsels von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung, für einigen Wirbel in der Branche gesorgt hat und nach wie vor sorgt. Gut 60 Prozent der Befragten erwarten für die zweite Jahreshälfte 2008 ein schwächeres Geschäft in diesem Bereich.

Bei der Lebensversicherung gehen die Vertriebler von einem stagnierenden Policenabsatz aus. Allerdings zeigen sich die Makler hier etwas optimistischer als die hauseigenen Versicherungsvertriebe. Trotzdem richten sich die unabhängigen Vermittler vor allem wegen der verschärften Finanzberatungsrichtlinien auf eine Marktkonsolidierung ein. 

Positiv sieht es dabei indes für Maklerpools aus. Knapp 60 Prozent der Fach- und Führungskräfte in der Versicherungswirtschaft meinen, dass diese Organisationsform starken Zulauf erhalten wird.

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