Mifid II

Bafin-Direktorin für Wertpapieraufsicht verteidigt Provisionsberatung

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Honorarberatung oder provisionsbasierte Finanzvermittlung? - diese Diskussion nimmt immer mehr ideologische Züge an. Zu Unrecht, meint Elisabeth Roegele. Denn bei der gesamten Diskussion gehe es ausschließlich um die Art der Bezahlung. Mit der Qualität der Beratung hingegen hätten Kickbacks, Stundensätze und Flatrate-Vergütungen nicht viel zu tun.

Interessenskonflikte bei Rückvergütungen bereits im Mifid I geregelt

Und Roegele weiß, wovon sie spricht. Denn die 47-jährige Juristin zeichnet seit Mai als Exekutivdirektorin der Wertpapieraufsicht bei der deutschen Finanzaufsicht Bafin verantwortlich. Ihren Kollegen von der EU-Aufsicht ESMA wirft die deutsche Regulierungsexpertin im Gespräch mit der Börsen-Zeitung zu viel Arbeitseifer bei der Beschneidung der Provisionsberatung vor. 

Denn die Europäische Aufsicht ESMA, die den Mifid II maßgeblich mitgestaltet, stellt harte Anforderungen an Rückvergütungen, sogenannte Kick Backs. Damit will die Behörde eine bessere Beratungsqualität durchsetzen. Für Roegele ist das kein Argument. „Wir sprechen in diesem Zusammenhang ja eigentlich über die Bezahlung und nicht über die Qualität der Anlageberatung“, erklärt sie gegenüber der Börsen-Zeitung. Mifid II bringe bereits erhöhte Anforderungen in Bezug auf die Kostentransparenz und die Wohlverhaltensregeln bei der Produktauflage. Damit solle die Beratung verbessert werden. Wie diese verbesserte Beratung aber bezahlt werden soll, sei zweitrangig.

Zum Thema Interessenskonflikte bei Rückvergütungen in der Provisionsberatung führt Roegele die Bestimmungen der bereits bestehenden Richtlinie Mifid I an, die das regelt. 

„Für Banken mit großen Filialnetzen muss das Geschäft interessant bleiben“

Die Bafin müsse bei der Umsetzung der EU-Richtlinien einen Balanceakt leisten, so Roegele weiter. Schließlich müsse die deutsche Wertpapieraufsicht die Vorgaben aus Brüssel einhalten, ohne die deutschen Besonderheiten aus den Augen zu lassen.

Eine solche Besonderheit ist das breite Filialnetz. Dieses darf man bei dem Regulierungseifer nicht aufs Spiel setzen, ist die Bafin-Expertin überzeugt. „Vor allem für Banken mit großen Filialnetzen muss das Geschäft interessant bleiben“. 

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