Eine Mine der Bergbaugesellschaft Rio Tinto. <br> Martin Siegel rechnet mit einer stärkeren Nachfrage <br> nach Minenaktien in den nächsten Wochen.

Eine Mine der Bergbaugesellschaft Rio Tinto.
Martin Siegel rechnet mit einer stärkeren Nachfrage
nach Minenaktien in den nächsten Wochen.

„Minenaktien sind derzeit stark überverkauft“

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Die Sorge vieler Marktteilnehmer vor einem Abflauen der Weltkonjunktur und der damit einher gehenden schwächeren Nachfrage nach Rohstoffen und Edelmetallen teilt Martin Siegel nicht. „Auch wenn die kommenden Monate saisonal bedingt eher schwach bleiben, sprechen die Rahmendaten langfristig weiterhin für steigende Kurse bei Gold und Silber“, sagt er. Die aktuellen Kursverluste bei Gold und Silber sind „das normale Börsenrauschen“ Die US-Notenbank werde ihre Inflationspolitik fortführen, ist der Gold-Experte überzeugt. „Wir werden ein neues Liquiditätsprogramm der FED sehen und eine anhaltende Niedrigzinspolitik.“Die Blase am Anleihemarkt bleibe ebenfalls erhalten. Die Flucht in die Sachwerte scheine daher unausweichlich. Die aktuellen Kursverluste bei Gold und Silber sieht Siegel deshalb als „das normale Börsenrauschen“ an. Auch Aktien der Minengesellschaften gaben im Umfeld der allgemeinen Schwäche an den Aktienmärkten deutlich nach. „Minenaktien sind derzeit stark überverkauft, eine Gegenreaktion wird hier in den kommenden Wochen sehr wahrscheinlich“, so Siegel. Über die Sommermonate erwartet der Experte zwar eine Seitwärtsentwicklung der Rohstoffnachfrage. Diese bleibe aber insgesamt auf hohem Niveau, was nicht zuletzt dem Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern zu verdanken sei. „In der Diskussion um eine Abschwächung der chinesischen Wirtschaftsleistung wird vergessen, dass weniger Wachstum auch Wachstum ist“, meint Siegel. Und auch andere Schwellenländer, wie Indien, Brasilien oder Argentinien würden ihren Wachstumskurs fortsetzen. Ölpreis-Prognosen von 140 US-Dollar je Barrel sind etwas überzogen Die Nachfrage nach Basismetallen bleibt nach Siegels Prognose in den kommenden Wochen weiterhin auf dem aktuell hohen Niveau. Viel Phantasie nach oben sei jedoch nicht zu erwarten. Beim Ölpreis belastet kruzfristig der teilweise Verkauf von strategischen Reserven der Industrieländer, um den Förderausfall von Libyen teilweise zu kompensieren. Der aktuelle Ölpreis von etwas über 110 US-Dollar je Barrel der Nordseesorte Brent sei in Anbetracht der erwarteten leichten Konjunkturabkühlung nach wie vor etwas zu hoch, so Siegel. „Marktprognosen, die dem Ölpreis ein Potenzial von bis zu 140 US-Dollar je Barrel zusprechen, erscheinen uns deshalb etwas überzogen.“

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