Oliver Berranger von der französischen Fondsboutique <br> Financière de l'Echiquier

Oliver Berranger von der französischen Fondsboutique
Financière de l'Echiquier

Mischfonds Arty: „Wir sind nicht flexibel, sondern mobil“

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DAS INVESTMENT.com: Die Krise in Griechenland spitzt sich zu. Was halten Sie von griechischen Staatsanleihen?

Olivier de Berranger: Wir sehen, dass die Lage Griechenlands von Tag zu Tag schlechter wird. Aber nicht nur griechische Staatsanleihen, sondern Staatsanleihen insgesamt haben mich seit der Auflegung des Fonds im Mai 2008 nicht sonderlich interessiert. Ich bevorzuge Unternehmensanleihen, die derzeit 60 Prozent des Portfolios ausmachen. Sie sind nur einig wenig volatiler als Staatspapiere, bieten dafür aber höhere Renditen. Arty ist ein reiner Unternehmensfonds.

DAS INVESTMENT.com: Sind sie denn in griechische Unternehmen investiert?

Berranger: Nein.

DAS INVESTMENT.com: Warum?

Berranger: Derzeit finde ich einfach keine griechischen Aktien oder Unternehmensanleihen, die mir attraktiv für unser Portfolio erscheinen.

DAS INVESTMENT.com:
Wie flexibel sind Sie bei Ihrer Anlagestrategie?

Berranger: Das Wort flexibel, wie es an den Finanzmärkten verwendet wird, unterstellt, dass der Fondsmanager vor den Auf und Abs des Marktes reagiert. Ich bin mir sicher, dass das über einen längeren Zeitraum selbst für den besten Fondsmanager unmöglich ist. Wir sind nicht flexibel, sondern mobil.

DAS INVESTMENT.com: Das heißt …

Berranger: …, dass ich ständig nach besseren Titeln für das Portfolio suche. Dazu wähle ich Aktien oder Anleihen von Unternehmen aus, die mir ein optimales Ertrags-Risiko-Verhältnis bieten. Ein Beispiel: Da die europäischen Aktienmärkte seit ein, zwei Jahren gut laufen, haben wir den Aktienanteil des Portfolios auf 36 Prozent erhöht. Die erlaubte Obergrenze liegt bei 50 Prozent.

DAS INVESTMENT.com: Welche Branchen halten Sie derzeit für attraktiv?

Berranger:
Derzeit enthält das Portfolio vor allem defensive Versorgertitel, Telekommunikations- und Energiekonzerne sowie Ölfirmen wie Royal Shell und Vivendi. Aber auch mittelgroße Unternehmen interessieren uns. Und das nicht nur auf der Aktienseite, sondern auch bei Unternehmensanleihen.

DAS INVESTMENT.com: Nach welchen Kriterien wählen Sie die Titel aus?

Berranger:
Bei Financière de l’Echiquier kann ich auf unsere Daten zu europäischen Unternehmen zurückgreifen, die wir bereits seit 20 Jahren sammeln. Unsere Datenbank wird natürlich mit Unternehmenskennzahlen gefüttert, aber auch von jedem Gespräch mit den Managern eines Unternehmens fließen Informationen ein. Gerade letzteres ist unserer Meinung nach sehr wichtig. Ohne vorliegende Daten zum Management investieren wir nicht in ein Unternehmen.

DAS INVESTMENT.com: Woher kommt eigentlich der Fondsname Arty?

Berranger:
Der Name ist eine Abkürzung und kommt aus dem Französischen. Es steht für „Actif de Rendement Total Yield“ und bedeutet renditestarke Vermögenswerte.

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